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Der israelitische Volkslehrer · 1853-09-01 · Heft 9 (September 1853) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 9 (September 1853)
Date
1853-09-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
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224 Der Mensch im Lichte der Religion. steinernes Gemäuer, des Fleisches bindende Bekleidung, des Blutes Heller Anstrich, der Haare schirmende Bedachung — und die Stirne, der weitschauende Giebel, und die Augen, die klaren Fenster mit Vorhängen und Läden, und die Nase zum erfrischenden Luftzug, Mund und Ohren als Thören und Pforte, und im Leibe die Geräthe jeglicher Art zum Gebrauche der Bewohnerin Seele — o wie.herrlich dieses Alles! wie weise und wie freundlich eingerichtet! Und wie bist du deinem himmlischen Vater am Neujahr, am Tage der Erinnerung an das Schöpfungswerk, zu innigem Danke verpflichtet für das wunderbar herrliche Haus, welches er dir erbauet, zum Bewohnen eingeräumt für alle Tage deines Erdenseins! — Aber, o Mensch! was sagst du dazu, wenn ein Vater seinem Sohne ein herrlich Wohnhaus geschenkt, und nach wenigen Jahren schon ist es durch des Sohnes fahrlässige Wirthschast verfallen und der Zerstörung nahe? Das Grundgemäuer wankend, die Bekleidung zerrissen, der Anstrich verblaßt, und aus den zerstörten Fenstern blickt der verarmte Sohn?— Und gibt es nicht unter den Menschen gar viele solche Söhne, schlechte Haushälter, welche in der Jugend schon ihre Leibeswohnung vernachlässigen, so daß bald aus den trüben Augen die herabgekommene Seele bettelarm schaut, zitternd, daß über Nacht das Haus über sie zusammenstürze? Darum, wenn du heute betest um Leben, um langes Leben und Gesundheit, so beherzige, was du dir selbst, was du Gott und der Welt schuldig bist, dein leibliches Dasein zu erhalten, damit der Körper recht lange als wohnlicher Aufenthalt diene dem aus demselben heraus in und für die Erde wirkenden Geist. Und betest du hier, in Gottes heiliger Wohnung zu dem Herrn über dir, daß er dein leibliches Dasein schirme, so weiset dich die Religion auf den Herrn in dir hin und auf dessen freundliche Wohnung, welche du, du selbst, schirmen und hüten sollst. Denn einen Leibarzt hat dir Gott mitgegeben, d. i. das Gewissen; horch auf seine Stimme, befolge genau seine Vorschrift, damit du lange lebest auf dem Erdreiche, (NONttN^!?), d.i. der Grundbesitz deines Leibes, welchen der Ewige, Dein Gott dir angewiesen hat.

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