Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 9 (September 1853)
- Date
- 1853-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Mensch im Lichte der Neligion. Ein Cyclus von Vorträgen für die höchsten Feiertage, gehalten in der Hauptspnagoge zu Frankfurt a. M. 5613 (1852). Erster Bor trag. 33. Denk nach! (Einleitende Betrachtung am Neujahrsabend.) Der Ewige und Einzige im Himmel und auf Erden, der durch sein Wort heraufführt die Abende und in Weisheit öffnet die Morgenpforten; der in unwandelbarer Vernunft die Zeiten wandeln und die Stunden wechseln läßt und die Gestirne in ihren Himmelsbahnen erhält, nach seinem erhabenen Willen, Herr der Schaaren ist sein Name — Er geleite und erhalte auch euch auf leuchtender Menschenbahn von Tag zu Tage, von Jahr zu Jahr in seiner unveränderlichen Huld und Gnade; bis er einst im Kreislauf auch der menschlichen Dinge weichen läßt das Licht des Lebens vor der Nacht des Todes, und die Nacht des Todes wieder vor dem Lichte des Lebens — L^l^ 1^!? N^n O'pl — der lebendige^ und beständige Gott, Er walte über uns immerdar, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Meine Zuhörer! Wir treten mit dieser Abendstunde, auf deren engem Gebiete zwei Jahre sich die Hand reichen, in eine Festeszeit ein, welche in mehr als Einer Beziehung erhaben und unvergleichlich dasteht in unserem ganzen Religionswesen. .Ich will heute nur auf Eines hinweisen, welches gewiß nicht zu den kleinsten Vorzügen gehört, wodurch diese große Zeit sich auszeichnet. Alle Feste nämlich sind mit national-geschichtlichen Erinnerungen verwebt, treten uns in ihrer ursprünglichen Bedeutung als Nationalfeste entgegen; „Pesach" erinnert an die Befreiung aus Aegypten; „Schabuoth" an die Heiligung Israels am Sinai; „Succoth" an den Zug der Väter durch die Wüste. Neujahrs- und Versöhnungstag sind menschliche Feste. Denn sind gleich auch hier geschichtliche Anknüpfungspunkte vorhanden, so sind sie doch vorwaltend allgemeiner Natur; das Neu-