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Der israelitische Volkslehrer · 1853-09-01 · Heft 9 (September 1853) · page 11

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 9 (September 1853)
Date
1853-09-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Zur Israelitischen Geschichte. 215 Wie kommt es, daß wir, bei dem Bewußtsein vieler Mängel darin, und bei dec unläugbaren Wahrnehmung vieler Vorstellungen derselben, die unserm sittlichen Gefühle entgegentreten, dennoch in diesen Werken einen Gesammtgeist erblicken oder durchfühlen, der uns wohlthut, daß wir in dessen Gewebe den tiefsten sittlichen Ernst erkennen, daß wir dieseBücher als eine feste Grundlage für die religiöse Lebensanschauung halten, wie wir keine andere vorfinden, so viele Bücher auch aus menschlicher Weisheit sonst ans Licht getreten sind? Daß sie selbst bei anderen Religionen, denen neuere Quellen der Belehrung übergeben worden, ihr Ansehen nicht verloren haben? Wie kommt es, daß die scharfsinnigste Zersetzung und die leichtfertigste Behandlung, ja selbst vielfache Umgestaltungsversuche, eine Beseitigung derselben zu erzielen nicht vermochten? — Wir haben keine Antwort darauf, als die, daß in dem Gesammtinhalte sich ein Kern offenbart, den auch ein wenig entwickelter Sinn herausfühlt, einen reinen Quell, der seine innere Wahrheit ohne allen Beweis beurkundet, und der Jeden, welcher zu trinken kommt, labt und erquickt, ohne daß das Fremdartige den Genuß stört. Der Leser fühlt die Wirkung auf die eigene Sittlichkeit, und wird sich bald bewußt, daß alles Beiwerk nur eben zum Charakter der Zeit, des Ortes und der Umstände gehört, während das Ewige darin überall und immer seine Geltung hat. Dies ist die Anschauung, von welcher wir ausgehen, und bei welcher die sogenannte Gläubigkeit in Hinsicht der Entstehung dieser Bücher ganz auf sich beruhend bleibt. Der Lehrer möge in dieser Beziehung denken, wie er wolle; das ist jedenfalls seine Pflicht, dafür zu sorgen, daß der reine Inhalt erkannt, und nicht durch Irrungen, die in der Zerstreutheit unserer Bildung weit eher Nahrung finden, als in der früheren Einfalt, entstellt und wirkungslos gemacht werde. (Fortsetzung folgt.)

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