Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 9 (September 1853)
- Date
- 1853-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Israelitischen Geschichte. ausgedrückt ist, auch nicht wohl der vollen geistigen Auffassung nahe gelegt werden konnte, sondern eben nur wie ein verhüllter Keim erst durch sein Wachsthum erkannt wird, so hält sich das Urtheil späterhin an die Zeichen des innern Lebens, wie sie in die Erscheinung treten; diese sind nichts anderes als bildliche Anschauungen und sinnbildlich e Einrichtungen; denn die Sittlichkeit der Völker kann erst dann für den Inhalt eines Bekenntnisses Zeugniß ablegen, wenn mit Sicherheit nachzuweisen ist, daß sie aus demselben nothwendig fließe. Für unsern Zweck wird es nun ausreichen, wenn wir die einflußreichsten Irrungen aufdecken, damit die Lehrer der Jugend und des Volkes der weitern Fortpflanzung derselben vorbeugen und der Wahrheit die Ehre geben mögen. Als Anschauungen und Einrichtungen, welche gleichsam die Träger der israelitischen Religion bilden, hat man der Reihenfolge der Berichte nach zu betrachten: DenBund mitAbraham, die Offenbarung auf Sinai, die l3 Eigenschaften, das Heiligthum, die Gottesherrschaft, den Begriff der Erwählung des Volkes, den Messias. Alles was sonst noch zum geschichtlichen Glauben oder zu Erinnerungsgebräuchen oder Gesetzen gehört, ist einem dieser Stücke untergeordnet, und was Einzelne große Männer als Glaubensartikel aufgestellt haben , ist nur Sache der Wissenschaft und bleibt der Untersuchung vorbehalten. Wenn solche von Einzelnen . aufgestellte Sätze Anerkennung fanden, so stehen sie immer nur auf einer Linie mit andern Lehrsätzen. Bevor wir nun unsre Ansicht von der Art und Weise, wie alle genannten Vorstellungen in der israelitischen Religion, wenn die Irrungen daraus entfernt werden., eine Einheit bilden, auseinandersetzen, wollen wir indeß bemerken, daß dieselbe von einem eigentümlichen Gesichtspunkte ausgeht. Wir sehen nämlich die gesammten 24 Bücher als von einem in sich einigen Geiste beseelt an, und zwar von einer fast unentwickelten tief gemüthlichen Anschauung des Verhältnisses des Menschen zu Gott, und der Israeliten, vermöge der Beziehung ihres ganzen geschichtlichen Daseins auf die göttliche Lei-