Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 9 (September 1853)
- Date
- 1853-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Z1Z Znr Israelitischen Geschichte. geburt, welche natürlich immer erst erfolgte, wenn ein Gefühl von eingetretener Erschlaffung oder Gefahr, die Thätigkeit anregte, die dann aber auch mit starken Hindernissen, sei es der Trägheit, sei es der Gleichgültigkeit, sei es der verhärteten Gewohnheit, zu ringen hatte, war auch mit innern Schwierigkeiten verbunden; denn es galt nicht bloß der Rückkehr zu einem allgemeinen Begriff, sondern auch dessen äußerlicher Darstellung, die nicht wieder in ursprünglicher Weise herbeigeführt werden konnte. Mißverständnisse waren dabei fast unvermeidlich, denn alle Versuche, das Volk mit dem Wesen seiner Religionsbegriffe vertraut zu machen und es für dieselben bleibend zu gewinnen, erforderten notwendigerweise äußere gottesdienstliche Einrichtungen, sichtbare Anhaltpunkte für das Bekenntniß, und diese mußten, wenn man sie nicht einer wechselnden Willkühr preisgeben wollte, auf dem Boden der Geschichte stehen; die Geschichte aber ist selbst eine Reihe von Ereignissen, durch welche der Religionsbegriff sich hat hindurch kämpfen müssen, und deren Erinnerung mit diesem gleichsam verflochten und verwachsen ist. Jeder nachfolgende Versuch ward durch neu hinzugetretene Erinnerungen bereichert und bestimmt. Geschichtliche Thatsachen unterliegen jedoch vielfachen Auffassungen und Deutungen, es konnte daher nicht fehlen, daß auch neue Irrungen entstanden, die zum Theil in langen Leiden und oft in aufgeregten Leidenschaften ihren Grund hatten. Ein kurzer Blick auf die Veranlassungen mancher eingeführten Gebräuche und Gebete, die mit frommem Sinne geübt und gedankenlos gesprochen werden, wiewohl sie ganz und gar dem ursprünglichen Religionsbegriff fremd sind, genügt, um jeden denkenden und aufmerksamen Beobachter von dieser Wahrheit zu überzeugen. 4. Das wesentlichste Mißverständnis welches im Innern sowohl als in den Beziehungen der Israeliten aller Zeiten zur Außenwelt unendliche Wirren erzeugt hat, besteht in der Auffassung des Grundbegriffes, welcher das Zsraelitenthum ausmacht. Da dieser nirgend mit einer gewissen Schärft