Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 8 (August 1853)
- Date
- 1853-08-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die feindlichen Mächte. 203 2. Doch Viele richten ihre Klagen nicht sowohl gegen Menschen, als gegen ein widriges Geschick. Der Arme klaget dann, daß nichts in seiner Hand glücken will, und er sieht mit neidischem Blicke auf das Glück des Reichen. Der betrübte Vater, der betrogene Gatte, der verlassene Freund, Alle suchen sie einen trostlosen Trost in ihrem harten Schicksal „und ängstigen sich den ganzen Tag. Aber warum vergissest du den Ewigen, deinen Schöpfer, der die Himmel ausbreitet und die Erde gründet und zitterst beständig vor dem Grimm des Bedrückers, wo ist denn derGrimm des Bedrückers?" sl3). Wäre es nicht Schande, wenn in Israel ein solcher Glaube herrschte, der unsere Augen blendet, daß wir die Quellen des Unheils nicht sehen, der oft selbst die Quelle des Unglücks ist? Beherziget es als Israeliten: es giebt kein hartes Schicksal. Ein solcher Wahn ist eines Heiden würdig, aber nicht eines Gottesgläubigen. Gott, der Allgütige, Er ist unser Trost. Aus seiner Hand kömmt uns das Böse wie das Gute, und was uns böse scheint, ist sehr gut. Dieser Glauben öffnet uns die Augen, daß wir im Unglücke, wie einst Hagar in der Wüste, die Quelle des Heils erblicken. Dieser Glauben macht den Menschen stark, daß er den größten Widerwärtigkeiten Geduld und Ergebung, Much und Ausdauer entgegensetzet. In diesem Glauben, in diesem Hinblick auf ihren Tröster tranken unsere Väter aus der Hand des Ewigen „den gewölbten Kelch des Taumels" und blieben dennoch aufrecht in der Treue gegen ihren Gott, und ob eS auch buchstäblich wahr wurde, daß ihre Quäler sprachen: „beuge dich, daß wir darüber gehen und sie zur Erde machten ihren Rücken" (23), so ward doch in ihrem Herzen nicht die Hoffnung auf ihren Tröster niedergetreten. Und wir, „denen frohe Botschaft verkündet wurde", denen Frieden, Glück und Heil wie freundliche Morgenröthe aufging, wir sollten nicht dankbar den Trost unseres Gottes verstehen? Ich, ich bin euer Tröster, spricht Gott, und alle Furcht für die Zukunft verschwindet. Ob auch Gewalt sich erhebt gegen die Schwachen, ob auch die Finsterniß kämpfet gegen das Licht: Recht und Wahrheit müssen dennoch siegen; denn „entblößt hat der Ewige seinen hei-