Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 8 (August 1853)
- Date
- 1853-08-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Die feindlichen Mächte. ankommen, ist schon ein Anderer da, der uns den Gewinn entreißet; einen Nebenbuhler haben wir aus dem Wege geräumt, und zehn andere stehen dafür auf. Wir suchen die Achtung Anderer zu erwerben und wollen uns mit dem Prachtgewande des Ansehens schmücken, aber böse Nachbaren zerreißen es mit bittern Worten und besudeln es mit dem Geifer der Verläpmdung. Sie verkleinern unsere Tugenden und vergrößern unsere Fehler. Und selbst bei unsern besten Bestrebungen stellen sich uns die Mächte des Truges und der Finsterniß entgegen. Doch alle diese Feinde verschwinden vor unsern Augen; wir sehen nach ihrer Stelle, und sie sind nicht mehr, wenn Gott unser Trost ist. „Wer bist du, daß du vor dem Menschen dich fürchtest, der da stirbt und vor dem Menschensohn, der wie Gras hingegeben wird?" (12) Sollen wir um unsere Nahrung bekümmert sein wegen Anderer, die auch leben wollen, wenn wir wissen, daß die Hand Gottes unendlich reich ist, dast er seine Hand öffnet und Alles , was da lebt , mit Wohlthun sättiget? Verzage nicht, du Armer, wenn ein Reicher dir seine Gunst entziehet, verzage nicht, Herabgekommener, wenn selbst der, so deines Fleisches ist, sich von dir wegwendet: Gott ist dein Tröster und Helfer; Er versorget die Lebendigen in Huld; Er richtet auf die Fallenden. Gott ist mit euch und euer Trost, wenn Menschen euern guten Namen schänden wollen, wenn sie euch feindlich entgegentreten, so ihr wandelt auf dem Wege des Rechtes und der Wahrheit. Wenn ihr freilich nur nach dem Beifall der Menschen trachtet; wenn ihr euere Pflichten nur vor Menschen und nicht vor Gott übet; wenn euere Frömmigkeit nur auf den Lippen und nicht im Herzen wohnet: dann habt ihr die Menschen zu fürchten, denn der Betrug euerer Hände wird euch vergolten. Wenn ihr aber euere Schuldigkeit im Dienste Gottes thuet; wenn ihr nach Herzensreinigung trachtet und den Beifall Gottes über Alles schätzet: dann habt ihr Mensch en nicht zu färchten; dann ist Gott euer Trost; denn die Gerechten werden glänzen, wie der Glanz des Firmaments, und die, so Viele in der Tugend bestärkt, wie die Sterne ewiglich und immerdar.