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Der israelitische Volkslehrer · 1853-08-01 · Heft 8 (August 1853) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 8 (August 1853)
Date
1853-08-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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bei den Israeliten der neueren Zeit. positivenGrundlagen unseres viertausenjährigen Glaubens, und wir hoffen, daß wir, und die Menschheit mit uns, nach Jahrtausenden noch auf diesen Grundmauern unerschütterlich feststehen werden. — Nein! unsere Orthodorie ist keine Orthodoxie der Dogmen, denen das Leben oft nichts anhaben kann, ja, die das Leben, die Richtung der Zeit, die Gunst der Verhältnisse oft unterstützt—unser eOrth od orie ist eine Orthodorie der Formen, und diese wird vom Leben zurückgedrängt, aus Position zu Position, und diese ist unhaltbar geworden in einem außerpalestinensischen Lande, in einer überwiegend andersgläubigen Bevölkerung, in einer so gewerbthätigen Zeit, wo des Juden Hauptnahrungszweig, die kommerzielle Thätigkeit, das Emporium der Gegenwart, ihn nicht mehr verächtlich zurückwirst, sondern ihn durch Länder und Völker führt zur Verbindung und Concurrenz mit einer ganzen, großen, rings um ihn strebenden und wetteifernden Welt. In solchenj Verhältnissen ist es eine große Selbsttäuschung der Orthodoren, wenn sie hoffen, ihre Jugend in ihrem Systeme erhalten zu können, ist es eine ganz verfehlte Marime mancher Regierungen, wenn sie das starrorthodore System bei den Juden unterstützen und fördern. Denn wenn die Regierungen wollen, daß die Staatsangehörigen durchdrungen seien von der Religion, als der Grundlage aller bürgerlichen und menschlichen Wohlfahrt, so bewirken sie in der That das directe Gegenthett wenn sie den starren Rabbinismus hegen, den die Zeit nimmermehrverträgt. Denn sie werden gewiß dadurch irreligiöse Menschen in großer Anzahl bei uns schaffen, wenn sie der Läuterung der religiösen Formen einen Damm entgegen setzen, wenn sie dem religiösen Bedürfnisse, das namentlich bei den Gebildeten, in den mittelalterlich rabbinischen Formen kein Genüge findet und finden kann, die Nahrung entziehen, indem sie einer zeitgemäßen Gestaltung der religiösen, namentlich gottesdienstlichen Zustände unter den Israeliten, wie dies in Mecklenburg- Schwerin in so auffallender Weise geschah, hemmend und feindselig entgegentreten. Es ist in Wahrheit nicht Jedermanns Sache, aus einer Quelle den Durst zu löschen, welche durch Schutt und Trüm-

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