Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1853)
- Date
- 1853-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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154 Confirmationshandlung des Jahres 5613 (1853.) 2. „Und einen festen Geist, N1^, erneuere in mir." — Die Herzensbildung ist viel, sehr viel; wir räumen ihr den Vorzug ein — doch sie ist nicht Alles! Ihr zugesellen muß sich die Bildung des Geistes. — Sehen wir uns nach einem Gleichnisse in den leiblichen Dingen um! Das Herz im leiblichen Menschen ist der Mittelpunkt der Wärme und der Bewegung; aber das Herz ist blind; das Auge dagegen ist begabt mit dem wunderbaren Sehvermögen, sonst aber ist ihm keine bewegende Kraft zu eigen. So müssen beide sich ergänzen. Das Auge nimmt alle Vorstellungen auf und führt sie der Seele zu; dort aber würden sie todt und unbenützt liegen, ohne den Willen, der vom Herzen ausgeht und Alles belebet. Was aber würde aus dem Menschen werden ohne die Sehkraft? und wenn vom Herzen noch so antreibend die Bewegung ausginge, was nützte es dem Menschen, wenn er nicht das Auge hätte, um die Bewegung zu lenken, daß der Fuß nicht fehltrete, die Hand nicht fehlgreife?— Und siehe da! so, ganz so, meine geehrten Zuhörer unh ZuHörerinnen, ganz so ist es mit dem sittlichen Menschen. — Was ist hier das Auge? der Geist! — Der Geist läßt wohl kalt) der Verstandesmensch ist todt; denn es quillet und wallet nicht in ihm das Leben der Empfindung, das erwärmende Gefühl, das zum Guten, das zur lebensvollen That antreibt. Allein was ist das Herz ohne den Geist? was ist der Gefühlsmensch, welchem die Leitung des klaren Geistes mangelt? wie oft tritt sein Fuß fehl? wie oft vergreist sich seine mißleitete Hand? ganz besonders auf dem Gebiete der Religion, wo der unerleuchtete Gefühlsmensch oft zum verfolgungssüchtigen Schwärmer wird, ein Vulcan, der Alles um sich her zerstört! — Darum öffnet Euren Kindern das Auge des Geistes, damit ihr Herz nicht irre gehe. Verschaffet ihnen, o Eltern , und Ihr besonders, o Väter, die Ihr mehr mit dem Geiste erziehet, verschaffet ihnen einen festen Sinn, einen sicheren Geist, klare Begriffe von ihrer Pflicht, feste Grundsätze, welche die Handhabe eines reinen Herzens sind. Lasset Euch dieses vorzüglich bei Euren