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Der israelitische Volkslehrer · 1853-06-01 · Heft 6 (Juni 1853) · page 16

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 6 (Juni 1853)
Date
1853-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Die Wimpel. durch diese Lieferungen von dir geschieht. Wir könnten von dem Ertrage deines Handwerks recht zufrieden und glücklich leben. Mein seliger Vater hat sich ja auch ehrlich, ja, reichlich damit ernährt. Er strebte nicht nach Ueberfluß, er lebte dafür seinem Hause, seiner Familie, seinem Gott! Gern, o wie herzlich gern will ich mich mehr einschränken, allem überflüssigen Putz, jedem unnöthigen Aufwand mit Freuden entsagen, wenn ich dich nur sicher an unserm Heerde weiß, nicht beständig um dich zittern und bangen muß." Falk schwieg. Er fühlte die Wahrheit dieser Worte, der fromme Sinn seiner Frau rührte ihn nicht minder wie ihre innige Liebe — doch zurücktreten — nein, das konnte, das wollte er doch nicht! — „Du weißt, bestes Weib", sprach er nach einer Weile, „daß ich zum Viehhandel im Kleinen , wie ihn dein seliger Vater betrieb, kein Geschick habe. An derlei Geschäfte muß man von Jugend auf gewöhnt werden. Unsere Metzgerei bringt aber nur das Nöthigste ein. Räth nun schon die Klugheit, auf die Erwerbung eines Nochpfennigs Bedacht zu nehmen, und ist es stets Mannesflicht, seine Kraft redlich zu regen und den Wohlstand zu erhöhen, so legt mir noch eine andere, heilige Pflicht die Bemühung auf, nach einem gewinnbringenderen Verdienste mich umzusehen. Die Unterstützung Seitens meines Onkels in Frankreich bleibt ja längst aus. Meine armen Verwandten bedürfen mein!" — „Meinst du" erwiederte Recha, „die Unterstützung, welche du deiner alten Mutter zukommen lässest? Das ist freilich eine unerläßliche Pflicht, aber dennoch, oder vielmehr ebendeßhalb, um deiner guten Mutter willen, solltest du dich nicht in solche gefahrvolle Unternehmungen stürzen. So viel, Gott seyDank, besitzen wir noch, um der Mutter beizustehen, und wenn auch nicht, wir wollten es uns, zu solchem Zwecke, gern absparen. Glücklich die Kinder, denen Gelegenheit gegeben ist, sich in spätern Jahren ihrer Eltern liebevoll anzunehmen und einen Theil ihrer Schuld gegen sie abzutragen! Mich schmerzt es immer, dieses Glückes nicht mehr theilhastig zu sein, und oft mache ich mir Vorwürfe, beim Leben meiner Eltern nicht mehr an

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