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Der israelitische Volkslehrer · 1853-06-01 · Heft 6 (Juni 1853) · page 11

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 6 (Juni 1853)
Date
1853-06-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ueber die VortragsMeise der alten Vorbeter. LZI keit des alltäglichen Gespräches, O^2N fv!Ä welches in der Synagoge geführt wird, worüber der Prophet sagt: wer hat das von euch verlangt, daß ihr meine Vorhöfe zertretet? (Jesai. 4, 12). — Denn jene Gewöhnung an den fremdartigen Singsang (O'"O) ^'U')!!) bewirkt die Zerstörung der wahren Andacht (7i^l>^ n^), indem die Herzen der Zuhörer lediglich auf die Melodieen gerichtet sind, so daß selbst schriftgelehrte Männer (N^IN nicht mehr darauf achten. die Andacht aufrecht zu erhalten. Denn schon ist es zur Natur geworden tj?2v2 , daß man nur in die Synagoge geht, um eine schöne Stimme zuhören, Worte, nichts als Worte (12v> "NO), sodaß sie selbst, wenn sie ihre Privatgebet verrichten lnN'WÄ, auf den Sinn und die Andacht nicht mehr gehörig ihr Herz richten! — Sind ja hierüber die Verhaltungsregeln im Talmud genau verzeichnet! Jeder Betende soll die rechte Hand auf die linke legen, beim Spruche von den Bätern (N1255) und dem Dankgebete (Nttli,"!) zu Anfang und zu Ende und beim Kaddisch an bestimmten Stellen sich verneigen; in tiefer Demuth soll er dastehen und seine Worte sollen empfunden sein (i2'^NN ^N'w). Um wie viel mehr sollten die Vorbeter dieß Alles beherzigen! Allein in dieser Zeit übertreten sie alle diese Vorschriften. Ihr Bortrag gleicht dem brausenden Sturmwind, dem tobenden Meere, als sei ihre Absicht nur, die Zuhörer in Angst zu versetzen! Zu diesem Zwecke drücken sie während des ganzen Gebetes die Hände an die Kehle, um die Stimme im Zetergeschrei zu verstärken, sodaß man von ihnen sagen kann: „die Hände sind Esau's Hänoe" (Wp N'» VN'."»), dadurch kann unmöglich die Stimme sein Jakobs Stimme, um dasGebet mit Innigkeit vorzutragen. — Wohl haben darüber bereits laute Klage erhoben die Verfasser des ^muäe gßkesehz ^muäim, Lelms I.ueko!k Habderitk u. a. Lehrer dieser Zeit, aber noch ist dieser Aussatz an seiner Stelle geblieben, noch ist nichts dafür geschehen, durch ein Zusammenwirken der zeitgenössischen Lehrer eine bessere Ordnung herzustellen

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