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Der israelitische Volkslehrer · 1853-05-01 · Heft 5 (Mai 1853) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 5 (Mai 1853)
Date
1853-05-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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i24 Die Wimpel. er erlaube dem Kinde zu viele Freiheiten. Aber der verständige Vater sprach: „Sei unbesorgt, meine Liebe! diese Lebhaftigkeit ist Kraftäußerung inneren Geistesdranges und birgt die Keime des Guten in sich. Nicht, daß ich die Unarten des Kindes in Schutz nehme; ich werde mit Gottes Beistand diese Kraftäußerung in die rechte Bahn zu leiten suchen, und der Muthwille soll mit den Jahren einem frommsinnigen Thun Platz machen. Aber, wir dürfen das Kindergemüth nicht nach Pem unsrigen modeln und nicht jeden Ausbruch kindischen Muthwillens zum Verbrechen stempeln wollen. Lassen wir der Jugend ihre Freudeu, wir können dann um so berechtigter die Erfüllung ihrer Kinderpflichten, und bei zunehmenden Jahren immer Größeres und Ernsteres von ihnen fordern. Und so kam es auch. Tobias spielte und sprang gern, aber er lernte auch mit Freude einen kleinen Spruch, fertigte eine sonstige Aufgab? Willig. Ein Wort, ein ernster Blick des Vaters reichten hin, ihn in die Schranken der Ordnung und der guten Sitte zurück zu leiten. Die Mutter mußte oft, mit zweifelhaftem Erfolge, stärkere Strafmittel anwenden. Das that ihr sehr wehe. Zweites Kapitel. „Wimpel nennt man im jüdischen Leben jenes Stück Leinwand, in welches der Knabe bei der Beschneidung gewickelt wird, und das später in vier Streifen geschnitten, beschrieben mit dessen Namen, Geburtszeit und einigen frommen Wünschen bei seinem ersten Synagogengange von ihm um die Gesetzrplle gewunden wird. Behufs dieser Umwindung verbleiben dann diese Wimpeln der Synagoge und dienten vor der Einführung gehöriger Geburtsregister wohl auch als Geburtsurkunden für das männliche Geschlecht. Die Handlung des „ Wmpel- Schvltragens" bringt nun den Knaben bei seinem ersten Besuch im Gotteshfluse der heiligen Schrift wie körperlich auch gleichsam Aeistig näher und ist geeignet, einen religiösen Ein-

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