Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Erzählung. terkommen gefunden. Durch seine' Pflichttreue, seine Kenntnisse und seinen untadelhaften Wandel hatte er sich die Liebe der Gemeinde, insbesondere aber die ihres vieljährigen Vorstehers in dem Grade erworben, daß dieser ihm seine einzige Tochter Recha zur Ehe versprach, wenn er von seinem bisherigen Beruf abstehen und das Metzgerhandwerk erlernen würde. Ein derartiger Berufswechsel und aus solchen Gründen war zu jener Zeit weder selten, noch fiel er schwer. Lehrer, Vorsänger und Schächter zu sein, dazu bedurfte es nur kurzer Vorbereitung, die Ausübung des Metzgerhandwerks heischte aber schon dazumal eine mehrjährige Lehre. Also zog Falk den lehrenden Menschen aus und schlüpfte in das bluttriefende Gewand des Fleischers. Bon kräftigem Körperbau und Hellem Verstände lebte er sich bald in feinen neuen Beruf hinein und ehelichte nach einigen Jahren die brave Tochter seines Vorstehers, des Metzgers Naphtali Fleischer. Recha, auf deren Erziehung der reiche Bater viel verwendet hatte, besaß ein Gemüth, so rein, so klar, wie ein sachte dahinrauschettder Strom. Sie war begabt mit der ganzen Sanstmuth ihres Geschlechts, und ihr süßes vergnügtes Lächeln gewann ihr alle Herzen. Der Himmel segnete ihre Ehe mit einem Kltaben, den sie Tobias nannten. Jakob und Recha selbst lebten wie zwei Kinder mit einander, und der Knabe war die Freudenquelle, worin ihre Liebe sich spiegelte. Nur eine Schwäche, einen Fehler hatte Recha. Sie war allzunachgiebig, zu gut gegen ihren Knaben. Daraus entsprang für sie und die Ihrigen gar viel Leid, wie wir weiter hören werden. So gebiert auch bei den frömmsten Seelen das Böse nur Böses, ja, ein Makel an ihnen fällt nur noch stärker auf ihre unbefleckten Sitten. „Gott richtet mit den Frommen um ein feines Haar," sagen unsre Alten. — Verdunkelte dies hm und wieder auch in etwas den Ehehimmel des Falschen Paares, es waren nur vorüberziehende Wolken, aus welchen .sich kettte zerstörenden Ungewitter entluden. Sie trübten nur die heitern Tage ehelichen Glücks. Falk wußte die guten Eigen-