Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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DMOestchMiH-HitzM NM , daß Hoch immer Schmach aus uns tastet, daß wir das «Gilgql" noch zu suchen haben, um endlich die Zeit unsrer erneuerten Erlösung U^BN W?. in Wahrheit genießen und feiern zu können. II. Wie finden wir aber dieses Gilgal? — Ich antworte : vor Allem, wenn wir 1) Achtung uns erwerben. — Achtung, meine Freunde, kann Jeder sich erwerben, Jeder sich erzwingen, und je mehr das Borurtheil gegen uns gerichtet ist, und je mehr wir zur Zielscheibe des Witzes und der Geringschätzung geworden sind, desto mehr muß es unfre Aufgabe sein, diese Scharten auszuwetzen, die Stimme des Spottes verstummen zu machen, und das, meine Freunde, müssen wir zuerst anstreben auf religiösem Gebiete. Wenn wir das Borurtheil gegen unsre Gesinnung und gegen unser religiöse Leben als die erste Ursache unsrer Schmach erkannten, so muß auch auf diesem Gebiete die Heilmethode zuerst und Vorzüglich versucht werden. -— Nicht aber die Heilighaltung der Gesetze, nicht das strenge Festhalten an den ererbten Geboten unseres Gottes erzeugt Verdächtigung , Spott und Geringschätzung, wohl aber die Art und Weise, wie diese Borschristen zuweilen erfüllt, wie die Religion geübt und gepflegt wird. Ich will aus so vielen nur zwei Beispiele anführen. Wenn der fromm sich dünkende und nennende Landmavn mit den Dxnkriemen des Gesetzes beim Gebete auf öffentlicher Landstraße h i n t e r sei n e m Vieh erscheint; oder wenn er in öffentlichen Gebäuden, wie in Bahnhöfen, diese Denkriemen anlegt, ohne an deren Inhalt oder an das dabei gesprochene Gebet zu denken; wenn er mit diesen religiösen Erinnerungszmchen an Hand und Haupt mit seinem Geschäftsfteunde, der vielleicht ebenfalls mit den Tephilin geschmückt ist , ein -Geschäft abklatscht , oder, sein Gebet murmelnd, die Tarife des Bahnhofes abliefet, muß dann die Religion nicht mit Recht zum Gespötte werden? Und muß nicht Derjenige zuerst alle Achtung vor sich selbst verloren haben, muß er nicht zu der traurigen Voraussetzung allgemeiner B er ach-