Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Pesachfest ist Gllgal. «3 und werden gefühllos gegen alle Schläge des Hasses und der Verfolgung. Ich aber sage, deßhalb sind wir noch im Lolutk, weil es so Vielen noch immer an Selbstbewußtsein, an dem höhern Gefühle für Achtung und Ehre fehlet, weil so Viele des lieben Verdienstes willen sich zur Zielscheibe des Witzes hergeben und sich alle Spottreden gefallen lassen; weil sie nicht mit Anstand und Würde, mit Kraft und Entschiedenheit die Schmach von sich ferne halten. Denn, wer sich selbst nicht achtet, der wird nicht geachtet; der verdient auch keine Achtung. — Und sowie der Mangel an Selbstbewußtsein verstockt und abgestumpft macht, so wird auch der Gegensatz, die Selbstüberschätzung, Gleichgültigkeit und Gefühllosigkeit erzeugen. Manche Israeliten nämlich — es sind diese mehr in der sogenannten höheren Gesellschaft des Reichthums und der Wissenschaft zu suchen — schätzen sich so hoch und groß, daß sie sich von der Gesammtheit geschieden glauben und dadurch taub sind gegen Beschuldigungen und Verdächtigungen der ihnen verbrüderten Glaubensgemeinde. Nicht selten sind sie sogar feige genug, ihre persönliche Ehre dadurch zu retten, daß sie die Ehre der Uebrigen mit in den Koth herabziehen helfen. Hätte Moses, am königlichen Hofe Pharao's erzogen, bei dem Anblicke seiner unterdrückten, verspotteten Brüder so gedacht, er wäre nie der Erlöser seines Volkes geworden. Auch von uns kann die Schmach nicht weichen, wenn die Höhergestellten und Einsichtsvolleren, llwn ^tt, sich zurückziehen und sich lossagen von der Gesammtheit, wenn sie nicht in die Schranken treten und wie Moses die ungerechten Schläge ahhalten, die gegen ihre unglücklichen Brüder gerichtet sind. — Sie sollten dieses um so eher thun, als ihre erträumte Loslösung doch erfolglos ist. Denn das Vorurtheil, das jene Schmach erzeugt, kennt keine Ausnahme, verschont Niemanden, schließt Niemanden von seiner Anfeindung aus. Darum soll auch keiner von uns sich selbst schonen, keiner sich von der Liebe zu seinen Brüdern ausschließen, keiner theilnahmlos bleiben bei dem Geschicke, das allen gemeinschaftlich bevorsteht. Wir müssen daher vor Allem fühlen und erken-