Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Pesachfest in Gilgal. jenes „Gilgal" erreichen, wo die Schmach abgewälzt iff, welche das Vorurtheil gegen uns erzeugt und erneuert. — 3) Dies führt mich nun zu einem neuen Punkte, daß wir nämlich auch jene Schmach erkennen müssen, welche in uns selbst ihre Entstehung hat. Denn verhehlen dürfen wir es nicht: nicht nur das Vorurtheil gegen uns, sondern auch die Fehler in uns ließen uns bis jetzt jenes „Gilgal" nicht erreichen. Von den Israeliten in Egypten berichtet uns das göttliche Wort (2 M. 2, 23): O^IN ^1, erst nach einer langen schweren Zeit, erst als beinahe 200 Jahre lang die Fesseln der Egypter ihre Glieder belastet hatten, erst dann, ^>tt-!v" ^2 IMNI, seufzten und beklagten die Israeliten ihre trostlose Lage — aber selbst dann nur, jv, wegen des schweren Dienstes, der ihre Kraft erschöpfte, nicht wegen der Beschimpfung und Entehrung, nicht wegen des Verlustes ihrer Freiheit und Selbstständigkeit, nicht wegen der traurigen Zustände ihrer Familien, nicht wegen der schmachvollen Lage ihrer Kinder, die ohne alle Erkenntniß und ohne Bewußtsein ihrer Würde unter Sklavenfesseln aufwuchsen! — Nur die große Anstrengung, nur die Sklavenarbeit beklagten sie; und als Moses ihnen Erlösung verkündete, und sie die Wunder sahen, die er vor ihren Augen verrichtete, llpn M'l. da glaubten sie wohl an seine göttliche Sendung und freuten sich damit, als aber nach seinem ersten Auftreten bei Pharao ihre Lage durch Entziehung des Arbeitsstoffes sich verschlimmerte, 5)5555^1, da wollten sie nichts mehr von Mose, und nichts von seiner göttlichen Sendung hören, NN? M"!, weil ihre Erkenntniß, ihr Vertrauen, ihr Muth, ihr Geist vollständig eingeschrumpft war. — Diese Erscheinung zeigt sich in gewisser Aehnlichkeit auch jetzt noch vielfältig im israelitischen Lager. Auf der einen Seite erblicken wir eine große Masse von Alltagsmenschen, welche alle Zurücksetzungen, Kränkungen, Ausschließungen nicht fühlen, welche gegen Alles stumpf und mit Allem wohl zufrieden sind, so lange ihr Leben und ihr Eigenthum nicht bedroht ist. Deßhalb sind wir ja im „kolutk" (Eryl), bereden sie sich selbst