Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Pesachfest in Gllgal. der Menschheit, von den Gewändern der Juden abgenommen, die Möglichkeit anderer Erwerbsquellen eingeräumt — und siehe da! schon wird in so vielen Beziehungen in Kunst, Wissenschast, Gewerb- und Fabrikwesen zum Heile des Staates von den Juden Ausgezeichnetes geleistet. Wenn noch nicht Alle vom Handel sich losgesagt, darf das dem Charakter der Juden zur Last gelegt werden? Wird ein langjähriges Körperleiden plötzlich geheilt? oder kann eine wn't verbreitete Flamme augenblicklich gelöscht werden? Darf man nun der Gesammtheit zurufen: ONtt O'SN), ihr seid träge, hasset die Arbeit, wenn in so wenigen Jahren so viele mit edler Selbstverleugnung den Staub von sich abgeschüttelt, der von Jahrhunderten her sich aufgehäuft hatte? Und dann, meine Freunde , dürfen wir nicht übersehen, der Handel an sich ist nicht etwas Schädliches, sondern im Gegentheil für die Wohlfahrt des Staats höchst Wichtiges und Nothwendiges. Einer der mächtigsten, einflußreichsten Staaten, England, ist nur durch seinen Handel groß geworden; Spanien aber ist von dem Augenblicke an von der Stufe einer Großmacht herabgestiegen, als es seine Juden verjagt und dadurch seinen Handel geschwächt hatte. — In den Jahren der Theurung haben wir Alle den Handel preisen und schätzen lernen, denn er hatte uns, wie einst Joseph, die Vorrathskammern entfernter Länder geöffnet und viele Tausende vom Hungertode gerettet.---Aber es ist auch nicht der Großhandel, wird vielleicht eingewendet, sondern der Kleinhandel, der Schacher> der ein Gräuel ist in den Augen der Welt! — Ich bin weit entfernt, diesen in Schutz zu nehmen; nur muß man hier besonders mit Nachsicht erwägen, was wir vorhin im Allgemeinen erwähnt, daß eine langjährige Gewohnheit nicht so plötzlich könne entfernt werden. An uns aber, Israeliten, ist es allerdings, diesen letzten traurigen Ueherrest der mittelalterlichen Zustände möglichst zu entfernen, damit jede Ursache und Veranlassung schwinde, welche uns Schmach und Verachtung bringen könnte, damit wir endlich