Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Pesachfest in Gilgal. die von Mizrajim her noch auf euch lastete." Das alte, verkehrte Geschlecht, das einst aus Egypten gezogen, war nämlich ausgestorben, und ein neues, n'NNIiLNj?^?, ein heiliger Stamm, von Gott gesegnet und erzogen, an seine Stelle getreten. — Das also war, nach abgelöster Schmach, ein Fest der Erlösung im wahren Sinne des Wortes; denn die Erlösung fängt erst da an, wo die Schmach aufhört. — Auch bei uns , meine Freunde, hat so lange die Erlösung keinen rechten Anfang, als die Schmach kein Ende erreicht hflt. — Denn noch ist für uns das gelobte Land mit seinem „ÄlAal" nicht erschienen; noch ist es Heller Tag nicht geworden; einzelne Sonnenstrahlen, welche einen schönen Morgen und einen warmen Mittag versprachen, wurden bald wieder von Wolken des Schicksals verhüllet, oder es wurde von Menschenhänden ihnen solche Mauer entgegen gebaut, daß ihre wohlthuende Kraft uns nicht erreichen konnte. Die Zeit der Erlösung, i^i^n sM, ist noch immer nicht da, denn noch lastet gar Manches von der beinahe zweitausendjährigen SchmaH schwer auf uns. Darum heute , am Tage der ehemaligen Erlösung aus Egypten, heute, um die Zeit, da einst Israel seinen Einzug feierte in Palästina, heute lasset uns den Satz erkennen und beherzigen: die neue Erlösung beginnt so lange nicht, als die alte Schmach nicht abgewälzt ist. Zu diesem BeHufe aber wollen wir uns die Fragen vprlegen: 1) Worin besteht diese tzchmach? 2) Wie finden wir das „KLI^al?" d. h. was können wi r dazu beitragen, die alte Schmach abzuwälzen? Ich werde ohne Scheu und Rückhalt sprechen und ebenso die Fehler, die man gegen uns begeht, wie hie Fehler, welche an uns haften, schonungslos enthüllen. Höret mich, und Gott wird euch hören. Amen.