Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1853)
- Date
- 1853-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Pesachfest in Gilgal. das Bundeszeichen der Beschneidung unterbleiben; denn die Verpflichtung für die religiösen Gebräuche hört da auf, wo Lebensgefahr droht. — Erst nachdem die Israeliten die unwirthliche Wüste verlassen und in ein bewohntes Land gekommen waren, erst nachdem sie dem lang verheißnen und ersehnten Ziele näher gerückt waren , nachdem sie den Jordan hinter sich, die erste Festung des Landes, Jericho, niDOi Mck, von Innen verschlossen und von Außen belagert, vor sich hatten, erst dann sollten sie, ehe sie den Krieg begonnen und für ihr irdisches Besitzthum sorgten , auch ihre religiöse Verpflichtung erfüllen, das Bundeszeichen exneuen und dann zugleich das Pesachfest feiern. Der Ort aber, wo sie beim Einzüge ins gelobte Land das erste Befreiungsfest begingen, wurde „Kilssal", Ort der Abwälzung genannt, „denn heute," sprach Gott, „habe ich die Schmach abgewälzt, so sehr weit entrückt find. Sie mögen Gott dafür danken, aber mit Mitleid und brüderlicher Theilnahme des Landmannes gedenken, auf welchem der Fluch der Gedankenlosigkeit in religiösen Dingen noch so schwer lastet, der sich und seinen Gottesdienst entwürdigt, ohne selbst zu wissen, was er thut, ohne immer von seinem Rabbiner auf sein Thun aufmerksam gemacht zu werden. Möge darum Herr Rabbiner Präg er allen Coltegen auf dem Lande zum Muster, möge er vielen zur Mahnung und Schärfung des Gewiffens dienen. — Wir kennen einen Rabbiner in der Pfalz, S. in K. , der früher ein stürmischer Reformer war, der sogar seine eigene Gemeinde wegen des Tol-Märs d e nu nz i rt e, und jetzt den Mantel noch mehr als windgerecht gedreht hat, so daß er sogar gegen Chorgesang fanatisch eifert, und Hierüber in eurer seiner Synagogen am Neujahrs tage — am heiligen Aosek-Lasokouo—den Frieden des Gotteshauses in scanda löser Weise gestört wurde! Wassolldaaus^denjüdischenLandgemeinden werden, wenn die eigenen Rabbiner, was sie selbst gebaut, frevelnd wieder zerstören? —Es giebt freilich solcher Herostrate, oder besser Ahasvere, wenig, aber auch wenige, welche dem Landmanne über sein religiöses Thun und Treiben offen und treu , wie es einem braven Seelenhirten zusteht, die Augen öffnen! — Möchte darum der folgende Vortrag nicht nur im Bezirke unseres wackeren Collegen, sondern in allen Landgemeinden recht viele Leser und wahre Beherzigung finden! — Wir erlauben uns, inzdieser Beziehung auch auf unseren Aussatz im M aih eft e v. I., d i e A u fkl är.u-na. a.u f dew Lande, besonders hinzuweiftn.— D ie Red actio n.