Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1853-05-01 · Heft 5 (Mai 1853) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 5 (Mai 1853)
Date
1853-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3129675-3129704-3129710--0738-3132115
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und Lehrmethode. W3 kettntnißquellen,. die für das menschliche Wissen überhaupt fließen, spiegeln sich, wie schon erwähnt) die beiden erwähnten Prinzipien. Jene?, die für das praktische wie religiöse Leben so wichtigen Prinzipien der Conservation und Progression in sich schließenden drei Erkenntnißquellen müssen nun bei dem Jugendunterrichte dem kindlichen Gemüthe zur Anschauung gebracht werden. Durch das Auswendiglernen nach dem Lehrbuche muß dem kindlichen Gemüthe Achtung für die Quelle des Wissens eingeflößt werden, die uns Menschen aus dem Schriftenthume fließt. Es wird dadurch eine gewisse Zucht des Geistes geübt, der schon frühzeitig an Unterordnung gewöhnt wird. Wenn wir in unfern Tagen eine eben so horrible als anmaßende und absprechende Oberflächlichkeit, namentlich in religiösen Dingen, gewahren, so trägt die Schule ihr Scherflein im erkleklichen Maße bei, indem sie durch die übertriebene Anwendung der Methode der Selbstentwicke^ zu große Meinung von seinem eignen Selbst beibringt, und ihm die eigne Meinung als in allen Dingen maßgebend und alleinbestimmend erscheinen läßt. Daß die im Auswendiglernen sich spiegelnde Zucht des Geistes und die zum Bewußtsein kommende Unterordnung desselben ganz vorzüglich in dem Religionsunterrichte zur Anwendung komme, liegt in der Natur der SaHe, weil eben die Religion wesentlich Zucht des Geistes ist, d. h. Unterordnung des menschlichen Geistes unter ein Gegebenes verlangt. Die Religion ist auf dem Gebiete der Geistesthätigkeit die Centn p et al-, die Wissenschaft die Eentrifugalkraft; in der vernünftigen Vereinigung beider bewegt sich der menschliche Geist nach seinem eignen und nach dem großen WelLge setze. — Kömmt nun dem kindlichen Gemüthe durch das Auswendiglernen die Autorität des Schriftenthums zur Anschauung, so Muß in der Person des Lehrers die zweite Erkenntnißquelle, die Belehrung durch Menschen, in das kindliche Bewußtsein gepflanzt werden. Der Lehrer muß den Kindern in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.