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Der israelitische Volkslehrer · 1853-04-01 · Heft 4 (April 1853) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 4 (April 1853)
Date
1853-04-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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IRI
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88 Der Bau der Ewigkeit. Abends dieses Haus besucht, mit dem Mund ohne Gemüth das Gebet sprechet, mit dem Ohr ohne Herz das Wort Gottes höret? Könnt Ihr das eine Gottesverehrung nennen, wenn Ihr in diesem Tempel Gott mit den Lippen ehrt, im Leben aber Euer Herz von Gott fern bleibt? das einen Gottesdienst, wenn Ihr hier dem Herrn dient, draußen aber Knechte der Sünde seid? „Herr, wer darf in deinem Zelte weilen, wer auf deinem heiligen Berge wohnen? Der tadellos wandelt, Gerechtigkeit und Wahrheit im Herzen redet". Der Gedanke an die Gerechtigkeit, das Vertrauen auf die Gerechtigkeit Gottes, beides im Hause des Herrn geweckt und gekräftigt, belebt und befestigt unfern eigenen Wandel in der Gerechtigkeit vor Gott. Ja, o Israelit^ wenn bei den oft unbegreiflichen Windungendes Geschickes, bei dem dunkeln Räthsel des Schicksals dein schwaches Gemüth an der Gerechtigkeit der Vorsehung zu zweifeln versucht wird, daß du vermessen fragen möchtest: „wasthust Du da?" oder gar dein Fuß schon von der Bahn der Tugend abzubiegen Gefahr läuft; so tritt herein in diese heilige Stätte, um deine Seele durch das Wort Gottes zu stärken in dem Glauben an Gott, um dein Vertrauen auf Gottes Walten zu festigen durch die Lebensbilder der frommen Männer in der heiligen Geschichte, um zu heiligen Deinen Willen durch das Gebet; tritt hierher und wirf dich in den Staub und bete demüthig den Heiligen an, dessen Richterthron von Wahrheit und Gerechtigkeit getragen wird. Durch den Glauben an die göttliche Gerechtigkeit und durch die Gerechtigkeit in unserm Wandel wird der Bund zwischen Gott und uns geschlossen und erhalten. Das Gotteshaus aber soll diesen Bund gründen und wahren. So sei denn auch diese Synagoge geheiligt zur Pflanzstätte der Gerechtigkeit im Glauben und Wandel. In deinem Namen, Lheure Gemeinde, sprecheich diese Bundesweihe aus: ich verlobe dich mir durch Gerechtigkeit und Recht, ^NL^ttl- 2) Die Gerechtigkeit im Wandel bliebe aber ein todtes Werk, so nicht die Liebe der Gesinnung in ihr athmete. Die

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