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Der israelitische Volkslehrer · 1853-04-01 · Heft 4 (April 1853) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 4 (April 1853)
Date
1853-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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84 Der Bau der Ewigkeit. Dank dem Baumeister, unserem k^alsl, „welchen Gott mit seinem Geiste erfüllt hat, an Kraft, Erfindung, Einsicht und aller Fertigkeit". Dank Euch allen, Männer wie Frauen, die Ihr durch warme Theilnahme die Ausführung dieses frommen Werkes gefördert habt!— Diese Theilnahme an der neuerbauten Synagoge darf jedoch nicht erkalten oder gar aufhören, sie muß vielmehr erst recht beginnen. Denn das äußere Gebäude ist wohl vollendet, der innere Bau aber, die Erbauung unserer Seele, nimmt heute erst seinen Anfang. Mit der Einweihung legen wir den ersten Grundstein zu dem geistigen Bau der Andacht, zu dessen Aufstellung in diesem Hause wir allesammt berufen sind. Als die Stiftshütte in der Wüste vollendet war — das erste Gebäude auf dem ganzen Erdenrunde, welches der Anbetung des unsichtbaren, einzigen Gottes geweihet ward — da sah Moses, so erzählt die Schrift in dem morgenden Thoraabschnitt, die ganze Arbeit, und siehe, sie hatten dieselbe gemacht, wie der Herrgeboten hatte, und Moses segnete sie. Mit welchen Worten segnete wohl Moses die Israeliten, unsere Borältern? Die Schrift schweigt darüber; aber im Midrasch, wo diese Frage aufgeworfen wird, antwortet R. MM: „also sprach Moses: möchte doch der Geist Gottes über dem Werke eurer Hände walten" N^!?O2 N^L7 .-l"VNW ^. —WüßteJemand einen bessern und schönern Segensspruch nach dem vollendeten Bau eines Gotteshauses? Gewiß Niemand! Möchte doch — so wollen wir daher segnend wünschen und demüthig bitten — der Geist Gottes über diesem Hause walten, in diesem Hause wohnen, auf daß der Geist der Wahrheit und der Liebe und der Heiligkeit stets unfern Gottesdienst belebe und unser Herz erfülle!— Dieser Segensspruch wird erfüllt werden, der Geist Gottes wird nicht weichen aus diesem Heiligtbume, nicht von uns, nicht von unfern Nachkommen, wenn wir heute und immer der hohen und hehren BeAmmung einer Synagoge eingedenk bleiben. Diese Bestimmung kennen zu lernen, dazu sei die jetzige Stunde geweiht. Wolle Gott in seiner Gnade dazu seinen Segen uns verleihen. Amen.

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