Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 4 (April 1853)
- Date
- 1853-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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des Elias. dergerissen! Oder glaubt ihr, das sei unmöglich? O was wäre die Liebe dann, wie könnte sie ihren Ursprung vom Himmel darthun und bewähren, wenn sie bei allem Zwiespalt der Geister, bei allem Widerstreit der Meinungen nicht dennoch den Frieden der Gemüther, die Eintracht der Seelen, die Versöhnung der Herzen hervorbringen könnte? Darum lasset den Kampf uns nimmer aufgeben; der Kampf ist ein Zeichen der herannahenden bessern Zeit; aber lasset ihn uns führen mit gegenseitiger Anerkennung und Werthschätzung. Haben wir zu kämpfen erst aufgehört, lieben Freunde, o dann haben wir geistig zu leben aufgehört, dann sind wir stumpf und abgestorben, dann sind wir todt, todt für die Welt und die Menschheit und wir köntten zur Ruhe eingehen, zur Ruh' und zum ewigen Grabesfrieden! So drücken die Alten dies schön und sinnig aus: 55^55 'ö.-Ott' I^INO Illrm Ol^?^ „wer im Leben von einem Menschen scheidet, sich verabschiedet, der rufe ihm nicht zu: zieh' hin in Frieden, sondern sein Gruß laute: zieh' hin zum Frieden". In Frieden seinen Weg auf Erden zu gehen, das ist des Menschen Loos und Bestimmung nicht; nein, sein Ziel nur sei der Frieden, und nur durch den Kampf gelange er zum Frieden. Wie das Leben der Natur nur besteht im ewigen Kampfs im steten Anziehen und Abstoßen, so ist auch das geistige Leben des Menschen ein steter Kampf, ein unaufhörliches Losringen vom Alten, Überwältigten und Hinanstreben zum Neuen, sich Entwickelnden. Darum 15 ->Qtt' NN,"! p INSM „wer einem To d ten den letzten Gruß zuruft, der mag sprechen: „zieh' hin in Frieden", denn für ihn, dessen Geist entflohen, dessen Leben aufgehört, ist kein Kämpfen mehr und Ringen, kein Widerspruch und keine Verneinung. — Ist dem aber also, lieben Freunde, nun was zürnen sie, 5ie die Väter sich nennen, uns Kindern gegenüber? die die Alten sich nennen , uns Jüngern gegenüber? was zürnen sie uns, daß wir einen Kampf, einen hartnäckigen Kampf hervorgerufen haben auf dem Gebiete des Glaubens, wo eheqem 'starre Ruhe und dumpfe Trägheit geherrscht? Wir haben