Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 4 (April 1853)
- Date
- 1853-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Die Zeit Nun, da wäre er ja erschienen, der unsterbliche Gottesmann, der bedeutungsvolle Vorbote einer schönern bessern Zeit, und der Tag des Herrn, er stünde uns ja nahe bevor? — Doch, lieben Freunde, nicht die bloße Wiederkehr allein der Eliaszeit, ihre Erscheinung in äußerlichen Anzeichen des Kampfes ist als Vorläufer jener herrlichen Tage des Gottesreichs verkündet, sondern ihre innere Wirksamkeit, was sie schafft und hervorbringt, daran soll sie erkannt werden, das soll ihr achtes Merkmal sein. „Ich werde euch senden den Elias vor dem großen und erhabenen Tage des Herrn, Nlütt I^NI ONQtt 2^1 ^v, damit er zurückführe und zuwende das Herz der Väter den Kindern und das der Kinder den Vätern." Elias soll kommen, der Kampf der Geister soll und muß vor jener großen Zeit des Herrn entbrennen, aber neben diesem Kampf der Geister soll und muß auch die Versöhnung der Gemüther walten, das ist das Zeichen der herannahenden Messiaszeit, das ist das Merkmal des bevorstehenden Tags des Herrn. Nun, lieben Freunde, ist da unsere Zeit eine Zeit des Elias wohl zu nennen? Der Kampf der Geister ist wohl mächtig entbrannt, aber wo ist die Versöhnung der Herzen, die Eintracht der Gemüther? Sind nicht vielmehr auch diese durch die Hitze der Leidenschaft entzündet, getrennt und gespalten in verderblicher Zwietracht? Ist es nicht dahin gekommen, daß nicht bloß ^N^^l^ der Bruder treulos sich entfremdet dem Bruder, sondern der Vater zurückstößt den Sohn und der Sohn sich fern hält vom Bater? Und nicht bloß in den äußern weltlichen Angelegenheiten ist es also, sondern auch im Glauben, lieben Freunde, wie es die neuere Zeit so häufig hat dargethan, wie es das Leben alltäglich noch bezeugt. O wollt ihr beitragen, zur Herannäherung jener schönen, vielfach verkündeten Zeit, wollt ihr unsere Zeit zu einer wahrhasten Eliaszeit erheben, o dann lasset die Geister immerhin auseinandergehen, aber führet die Herzen zusammen in friedlicher Eintracht, lasset die Liebe, die versöhnende und allbeglückende einen und verbinden, was der rauhe und rücksichtslose Eifer getrennt hat und auseinan-