Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Die Synagogen-Einweihung Gottesdienstes wird aber eine Läuterung des letzteren das Ihrige gewiß beitragen. Wir haben in dem Borworte zur hiesigen Gottesdienstordnung (Volkslehrer B. l.S. 23.) die Wahrnehmung ausgesprochen, daß, sobald wir den alten jüdischen Gottesdienst zu ordnen beginnen, uns seine Mängel erst recht entgegen treten; Venn sein U ebermaß war auf die Unordnung berechnet. Gleich am ersten Sabbathe trat diese Wahrheit beim Gottesdienste zu Mainz klar hervor, und Rabbiner und Vorsteher haben den Vorsatz gefaßt, Lücken auszufüllen und Uebermäßiges abzustellen, wie Zeit und Gelegenheit es gebieten und gestatten. — Namentlich tritt das Bedürfniß eines neuen Gebetbuches überall dringend und unerläßlich hervor, wo die bessere Ordnung unter Gesang und Orgelklang ihren Einzug feiert, und hoffentlich werden die benachbarten, in ihrem Streben sich nahestehenden Gemeinden sich in Bälde vereinigen, um wenigstens über die Grundzüge eines Gebet- und Andachtsbuches (denn die häusliche Andacht muß mitbesorgt und neuerbaut werden) eine Verständigung zu erzielen. — Samstag Abend wurde die schöne Fesiesfeier mit einem Festmahle geschlossen, welches Vorstand und Ausschuß den Gästen veranstalteten, und bis Morgens um 3 Uhr hielt die freudigste Stimmung die Gesellschaft beisammen. Ernste und scherzhafte Toaste, Gesang und anregende Diskussionen wechselten und gaben dem Mahle den Charakter bald eines brüderlich frohen Zusammenseins, bald eines weihevollen „Symposions". Trinksprüche auf die Ehrengäste, auf die beiden Herren Rabbiner zu Mainz, dann auf die/Verdienste des Vorstandes, namentlich seines würdigen, energisch ausdauernden Vorsitzenden, Herrn Leopold GoldsHmidt, sowie auf das Zusammengehen des Ausschusses mit dem Vorstande in allen gemeinnützigen Angelegenheiten wurden in rheinländisch cordialer Weise ausgebracht und beantwortet, wobei wir insbesondere die Erwiederung des geistreichen Präses des Ausschusses, Herrn vr. Creizenach, hervorheben müssen. Herr Rabbiner vr. Levi nahm von der Anwesenheit eines greisen (orthodoxen) Ausschußmitgliedes Gelegenheit, in einem Toaste den Wunsch