Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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zu Mainz. auszusprechen, daß diesem Beispiele die übrigen noch dissentirenden Alten in der Gemeinde folgen mögen. — Herr Rabbiner Vr. Sobernheim sprach als Vertreter der Rheinprovinz und würdigte in einem, allgemein Anklang findenden Toaste den eilsten März, an welchem Tage vor nun ^1 Jahren (t8l2) jenes Preußische Emanzipationsedikt bei den Israeliten des Nheinlandes so freudige Hoffnungen erregte. Seien diese auch theilweise wieder vereitelt worden, so dokumentire doch dieser Tag die Macht einer voranschreitenden besseren Zeit, und in ihrem besseren Geiste sei auch das gestern neugeweihete Gotteshaus errichtet worden. — Herr Rabbiner Süßkind sprach von dem Eindrucke, welchen das reiche Gaslicht am gestrigen Abende auf ihn machte, als er mit der Thora in die Hallen des neuen Gotteshauses einzog. Das Gaslicht aber sei Naturlicht, ein Kind der Wissenschaft in der neuen, die Thora das Licht Gottes, die Mutter des Glaubens aus der alten Zeit: beide sollen zusammengehen, die Wissenschaft, und der Glaube; ihrem ^Vereine galt des Redners sinniger Trinkspruch. — Schreiber dieses^brachte das Wohl der israelitischen Gemeinde zu Mainz aus, indem er die Hoffnung aussprach, daß, wie an dieser schönen Stadt der Rhein- und Mainstrom nebeneinander hergehen, bis jener diesen überwältigt und brüderlich in sich hinüberzieht, so in der Gemeinde die strebende Mehrheit die widerstrebende Minderheit in sich hinüberziehe, daß beide als Ein majestätischer Strom dem Ziele der Ewigkeit zustreben, in der Tiefe das fromme Gefühl unergründlich bergend, und von ihrem Spiegel die Klarheit des religiösen Gedankens sonnig wiedergebend.— Möge der allgütige Gott.die Wünsche alle in Erfüllung gehen lassen, welche bei diesem Feste für dasMohl einer der ältesten Gemeinden in Israel rege wurden! — ^N' „Möge Frieden herrschen, o Mainz, in deiner^ Ringmauer, „Eintracht in deinen hochstrebenden Häusern! — Um meiner „Brüder und Freunde willen wünsche ich Frieden für dich, „umwillen des Hauses, unserm Gott und Herrn geweiht, bete „ich für dein Heil!"