Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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zu Mainz. 6« Dissonanzen erfüllte; wo aus der Synagoge Weh- und Jammergeschrei aufstieg zu Gott über die Unterdrückung von Menschen durch Menschen! — Hört diese Töne, ihr benachbarten finsteren Giebeldächer der Judengasse, ihr Zeugen einer alten versinkenden Zeit! die Bürger sind gekommen mit klingendem Spiel in euere Nähe, um Frieden und Freude zu verkünden und in Liebe zu sühnen die Schuld der Vergangenheit! Höre diese Töne, benachbartes freundliches, heute geweihtes Gotteshaus, Zeuge einer neuen aufgehenden Zeit! Die Bürger sind gekommen, dir den Willkommensgruß zu bringen, dir, aus dessen Mitte Lob- und Dankgesänge emporsteigen sollen zu Gott für die bessere Zeit, welche er uns geschenkt hat! — Es gibt einen heiligen Dreiklang, der heißt: Gott, Menschheit und Vaterland; in diesen Dreiklang werden alle Mißtöne der Gegenwart sich lösen in einer immer siegreicher herannahenden, weltverbrüdernden Zukunft. — Am Sabbathmorgen, nachdem der Frühgottesdienst (n>NNL7) um 7 Uhr abgehalten worden war, begann um 9 Uhr der Hauptgottesdienst mit dem Lesen aus der Thora und der deutschen Hastara, worauf Herr Rabbiner vr. Cahn die zweite Festrede abhielt über den Tert aus Jesaias26, 2. O^tt-Di^ O'»^ INNO „öffnet euch, ihr Thore, daß einziehe das Volk, das gerechte, welches die Treue bewahrt." Der Redner sprach über die Treue, die wir dem Gotteshause schuldig sind, beherzigende Worte und legte in einem sehr bezeichnenden Gleichnisse von einem großen, herrlichen Pallaste, dessen schöne Räume leer und verlassen stehen, und einer kleinen, dunklen Hütte, wo eine Familie gemüthlich und einig beisammen wohnt, den versammelten Gemeinde-Angehörigen die Pflicht ans Herz, das neuerbaute Gotteshaus fleißig und gewissenhaft zu besuchen, damit nicht das frühere alte, dunkle Haus, welches die Familie einigte, dem jetzigen neuen und herrlichm Pallaste vorzuziehen sein möchte, wenn in diesem die Gemeindefamilie fehlen würde. — In diese Ermahnung können wir nur von ganzem Herzen einstimmen! — Zur Steigerung und Erhaltung der Frequenz des