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Der israelitische Volkslehrer · 1853-03-01 · Heft 3 (März 1853) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 3 (März 1853)
Date
1853-03-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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60 Die Synagogen-Einweihung Minderheit? war sie nicht wenigstens auch in manchen Ländern die zurückgesetzte, eee1e8i3 pressa? und ist es nicht ein heiliger Grundsatz — auch des Christentums: liebe deinen Nächsten wie dich selbst, d. h. die Zurücksetzung, welche dir wißfallen würde, füge nicht deinem Nächsten zu? Und handelte es sich ja hier um keine Anerkennung des Judenthums, sondern lediglich um eine Bethätigung brüderlicher Gesinnung und bürgerlichen Gemeinsinnes, und die katholische Geistlichkeit hätte sich durch eine solche Kundgebung, ebenso wie die vielen achtbaren Katholiken, welche der Feier beiwohnten, gewiß nur selbst geehrt — Doch genug hiervon! — Gehen wir zu einer freundlicheren Erscheinung der Zeit über! — Am Festabend um zehn Uhr brachte, auf eigenen Antrieb, die Bürgermusik der Stadt Mainz den beiden Herren Rabbinern — eigentlicher gesprochen der guten Sache, der Sache ächter Menschenliebe und heiligen Bürgerfriedens — eine glänzende Serenade. Sie ließ zu diesem BeHufe, auf eigene Kosten, ein schönes Blatt drucken, welches, in Goldrahmen gefaßt, in vielen Exemplaren den Herren Rabbinern und Vorstehern überreicht wurde, und worauf sich die Worte befanden: „Serenade zu Ehren der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde, repräsentirt durch die ehrenwerthen Herren vr. Aub und vr. Cahn, nach feierlicher Verrichtung des ersten Gottesdienstes in der neu erbauten Synagoge, am lt. März 1853, dargebracht durch die Mainzer Bürgermusik, unter der Leitung des Herrn Ferdinand Walter." (Programm). Die gespielten Pieren wurden mit großer Meisterschaft und mit sichtlichem Fleiße ausgeführt; Tausende von Menschen waren als Zuhörer versammelt; die hellen und klaren Töne wogten feierlich durch die lauschende Nacht, und verkündeten laut und trostvoll, daß weit hinter uns liegen die stnstern Zeiten, wo die Bürger in die Judengassen eindrangen, um arme Verfolgte zu mißhandeln; wo Haß und Feindschaft und Rachegefühl das Leben der Völker mit ungelösten *) S. Beilage S. 64.

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