Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129704-3129708--0692-3132067- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zu Mainz. 59 lich, hier wieder eine neue Art von Responsorien und Synagogenmelodieen zuhören, während die Sülze raschen — auch zu Frankfurt a. M. eingeführt und von der Gemeinde mitgesungen, so daß dieselben so leicht auch nach Mainz zu verpflanzen waren, — sich bereits in Deutschland eine große Anzahl von Synagogen erobert haben. Es ist ein ganz unbegründetes Vorurtheil, daß dieselben zu schwer seien; es mag dies von mehreren größeren und schwierigen Pieren des „Setur Aion" zu sagen sein; von den Responsen und vielen Synagogenmelodien ist dies sicher nicht der Fall; Sulz er hat mit genialer Begabung die alten Synagogenmelodien benutzt, veredelt, verherrlicht; an diesen Meister sollte die deutsche Synagoge sich allenthalben anschließen; in ihm ist fast durchgehend Alles einfach und erhaben, während wir in den Mainzer Chorälen und Melodien viel Gedehntes und in den Responsen, bei Sekms, ^leke sekeme rabka u. s. w. viel Schnörkel und Modulationen gefunden haben, welche der Würde und Hoheit der Aussprüche Eintrag thun. Wir hoffen doch, daß wenigstens in den Responsen in unserer Umgegend eine Einheit in den gleichstrebenden Gemeinden erzielt werde, damit, wer von einer Synagoge in die andere komme, die Genugthuung habe, bei den heiligen Sprüchen mit einstimmen zu können und sich durch den gottesdienstlichen Gesang in Harmonie mit Gleichgesinnten zu fühlen. Einen Mißton bei der schönen Einweihungsfeier gab der Umstand, daß die katholische Geistlichkeit, - eingeladen, wie die protestantische, die erschienen ist — dieser, doch sicher der Mehrung des religiösen Lebens und der Verherrlichung des Höchsten geweihten Ceremonie ferne blieb. Warum? vergiebt die Eine Confession Etwas an ihrer Würde, wenn sie die würdige Begehung eines gottesdienstlichen Festes bei der anderen beiwohnt? darf nicht das Judenthum, als die Mutter des Christenthums, von dieser seiner Tochter, mag diese noch so reich und stolz erscheinen und jene für arm und abgelebt halten, die gehörige Hochachtung in Anspruch nehmen? ist die katholische Kirche nicht auch in manchen Ländern in der