Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1853)
- Date
- 1853-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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über den dreijährigen Cyclus. 47 verletzt fühlen sollte, vom Gegentheile, daß diese Kürzung keineswegs in „Fleisch und Blut" des Cultus eindringe und nicht einmal vom Talmud verboten sei*), wohl aber Das, was dadurch bewirkt werden möge, Kennntniß der Bibel, in Geist und Gemüth eindringen soll — also versucht es, und diese und gewiß noch manche andere heilsame Einrichtung zur Verherrlichung des göttlichen Namens wird durch Euere Hand wohl gelingen. — Von welcher Seite wir daher die Sache auch betrachten, so müssen wir den dreijährigen Cpclus der Thora- Vorlesungen, verbunden mit den deutschen Hastaren aus den beiden übrigen Theilen der Schrift, nicht nur als eine zulässige, sondern unstreitig als die beste und wirksamste Reform der neuen Zeit dringend empfehlen. So leid es uns thut, hierin mit unserem geehrten Herrn Collegen zu Gießen nicht übereinzustimmen, so sind wir ihm doch zu Danke verpflichtet, zu obiger Auseinandersetzung uns Veranlassung gegeben zu haben. — Leopold Stein. *) Es ist uns unerklärlich, wie hier Hr. vr. Levi von ^N) (d. h. es müsse eine spätere Behörde, welche die Anordnungen einer früheren abändern will, an Gelehrsamkeit und Zahl ln. a. an Jahren Z jene übertreffen) reden könne! — Wo liegt über den einjährigen KycluS ein Beschluß im Talmud vor? wo ist diese Einrichtung in Mischna oder Gemara nur empfohlen? und wenn wir selbst mit MaimonideS annehmen wollten — ein Grundsatz, bei welchem freilich an der Erneuerung des Judenthums verzweifelt werden müßte — es dürste von den Normen des babylonischen Talmuds kein Jota hinwegkommen, wird nicht in diesem Talmud selbst die Leseweise der Palästinenser, in drei Jahren, als eine gleichberechtigte aufgeführt? wird nur irgend ein Tadel gegen sie ausgesprochen? Wie kann also hier von dem Beschlüsse oder von der Anordnung einer früheren, größeren Religionsbehörde die Rede sein! — Das Verlesen aus der Thora nennen wir allerdings „die wichtigste nnd älteste aller go tte öd ienst lichen Einrichtungen", aber nicht ihrer jetzigen Ausdehnung, sondern ihrem inneren Wesen nach. Sie soll den „Mittelpunkt der Andacht", aber nicht der And acht slosigkeit bilden. —