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Der israelitische Volkslehrer · 1853-02-01 · Heft 2 (Februar 1853) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 2 (Februar 1853)
Date
1853-02-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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über den dreijährigen CycluS. Partei gar nicht abgewartet, wie der friedlich gesinnte und bewährte neuernannte Rabbiner sich ihr gegenüber benehmen werde; um der Orgel willen hat sie sich von der Hauptsynagoge getrennt und richtet sich jetzt ein eigenes Bethaus ein.— Wohin also würden wir kommen, wenn wir in dieser Zeit, wo fast Jeder in religiösen Dingen eine eigene Partei bildet, in der Reform mit Aengstlichkeit darauf sehen würden, ob sie aller Welt genehm sei? —Wir Alle, die ganze deutsche Judenheit, auch die jetzige Orthodoxie, welche schon Reformen zugibt, wenn nur si e dieselben machte, wir Alle, der Eine mit, der Andere ohne Selbstgeständniß, wir Alle sind dem Hamburger Tempel zu großem, unendlichen Danke verpflichtet, daß er in der gotesdienstlichen Reform schon vor vier und dreißig Jahren einen entscheidenden Schritt gethan hat; denn Thatsachen regieren; und der Tempel hat durch seine That, durch seine Erscheinung gewirkt und auf die gottesdienstliche Reform, nah und fern, in ganz Deutschland anregend influirt. So muß es überall Männer, Gemeinden geben, welche den Muth haben, voranzugehen, damit Andere desto weniger ängstlich seien, nachzufolgen, und so allmählig das Bessere die Mehrheit gewinne und am Ende zu einer neuen Einheit in den Hauptbestandtheilen des Gottesdienstes führe. Ist denn die bisherige, wie wir oben nachgewiesen, sehr fragliche Einheit auf einmal entstanden? von den Zeiten der „großen Versammlung" bis zu Ende des Geonäischen Zeitalters und darüber hinaus, eine Zeit von mehr als fünfzehn Jahrhunderten hat allmählig den bisherigen Ritus festgestellt; wir hoffen, daß bei den rascheren Fortschritten unserer Zeit Ein Jahrhundert genügen wird, um die verbesserte Liturgie zur allgemeinen Anerkennung unter allen gebildeten Israeliten zu bringen. Der dreijährige Cyclus, zur Zeit eingeführt in Hamburg/Breslau, Frankfurt a. M., Alzey, Coblenz und andern kleineren Gemeinden, bestimmt, mit dem Anfang des kömmenden Spnagogenjcchres auch in Mainz eingeführt zu werden, wird sich allmählig von Gemeinde zu Gemeinde Bahn machen, oder vielmehr —aufgeklärte Rabbiner müssen ihm

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