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Der israelitische Volkslehrer · 1853-02-01 · Heft 2 (Februar 1853) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 2 (Februar 1853)
Date
1853-02-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Replik- 4t Much in Palästina, nach Abschluß und Bekanntwerdung des babylonischen Mlmud^ 6) verfaßt ward, und der Umstand, daß darin vom einjährigen Cyclus keine Rede ist, während die Begründung des Z^jährigen, welcher, wie bemerkt, das Schema für den dreijährigen gegchen, angeführt wird, läßt uns mit Sicherheit annehmen, daß zur Zeit der Abfassung jener Schrift (also um das Jahr 800) dM einjährige CyclAs in Palästina noch nicht angenommen war. — Es reduziren sich also die 2000 Jahre der allgemeinen Verbreitung der einjährigen Lesung wenigstens auf die Hälfte, während die Lesung, in kürzeren Abschnitten die ganze alte Zeit für sich hat. — - Und welches war die Zeit, da die göttliche Lehre, um sie dem Volke verständlich zu machen, noch in kleineren Abschnitten gelesen ward? — Es war dies die Zeit, wo der Gottesdienst, in seiner Einfachheit, aus n och sehr wenigen Geb eten bestand; „kesvke äesimra^ Gebr. Lobgesänge beim Morgengebete) waren damals, außer dem „^sekre" und gar nicht üblich; die Segenssprüche beim „Sekema" waren sehr abgekürzt; die „leüllä^ (Hauptandacht nach dem ,,8chema^) viel einfacher als bei uns; der Mittelpunkt und Kern des Gottesdienstes aber bildete die Thoravorlesung. Und warum war diese so kurz? da man doch i h r, bei den so wenigen Gebeten, eine um so breitere Stelle einräumen konnte? einfach aus demselben Grunde, welchen der Talmudismus in dM Zeiten, da er noch nicht an so erdrückender UeberschwängauS Jerusalem mitgetheM, Cap. 14,14; 18,15; 19,19,12; 2)werden die Ausspruche der palästinensischen Lehrer gerne aufgeführt 10,7; 13, 40; 17, 1; 21, 5; 3) ist in den betreffenden Gebeten und sonstigen Anordnungen, außer einer beiläufigen Andeutung beim Lesen des Hohenliedes (14,18), vom-z w ei t e n Feiertage, mit Msnahme des auch in Palästina zweitägig begangenen Neujahrs (19, 8), nicht die Rede; 4) kennt das Buch das „Kasten Esther" (»DOd? N^VN) nicht, was anderweitig in Israel damals schön bekannt war; 5) ist Wohl eben das NichtVorkommen des einjährigen EyclüS mit ein Beweis, daß das Buch nur in einem Lande , wo solcher zur Zeit seiner Abfassung noch nicht üblich war, entstanden ist. — Der Gegenstand verdient weitere Untersuchung, doch ist hier mW der Ort dazu.

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