Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1853)
- Date
- 1853-02-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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v. Replik, den dreijährigen Cyelus betreffend. - Wir werden obige Gründe unseres geehrten Herrn Collegen, welche er gegen die von uns empfohlene und eingeführte Institution vorbringt, unsererseits einer klaren Beleuchtung aussetzen, damit die Freunde der Religion und des Fortschrittes der Sache auf den Grund schauen und sich selbst ein Urtheil zu bilden vermögen. — Die vorhergehende Abhandlung behauptet von vornherein, die Einrichtung des einjährige Eyclus bestehe seit 2(W Iahren, ohne Ausnahme und Widerspruch in der ganzen Judenheit. — Dieses schon ist unrichtig. Noch beim Abschlüsse des Talmuds, das ist vor jetzt 1400 Jahren wurde bei den Palestinensischen Juden, welche doch wohl die alte Sitte in ihrer Reinheit bewahrt haben, die Thora in drei Jqhren verlesen; indem die Abfasser des Talmuds uns dieses mit klaren Worten mjttheilen (ZW ^2 Pj?vy Megilla 29, 2,-^ Noch mehr: in dem nachtalmudischen Traktat „LoMei-im^, welcher vom Schreiben und Lesen der Thora abhandelt, heißt es (Cap. 10, t0) „es befinden sich in der Thora die Ausdrücke: „Gott sprach, redete, befahl" 175 Mal, dies deute auf die 175 Lefeordnungen (O^O), wornach die Thora allsabbathlich vorgetragen wird." DUe 175 Ordnungen aber haben nichts mit dem ein j äh r ige n Cyclus zu thun, sondern beziehen sich auf den ZVMhrigen, nach welchem der dreijährige in Palästina spater geregelt ward. Ebenso weistCap. 11, 5 u. Cap.21, 7 dieses Buches auf kürzere Abschnitte unzweideutig hin. Der Traktat ,,80pderim^ aber ist (vergl. Zunz, gottesd. Bortr. S. 96) jedenfalls yicht vor dem neunten Jahrhundert der gewöhnlichen Zeitrechnung entstanden; wir haken nun triftige Gründe*), anzunehmen, daß dieses *) Die Gründe, welche uns zu dieser Annahme bestimmen, find folgende: 1) finden stch in diesem Traktate mit Vorliebe religiöse Gebräuche