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Der israelitische Volkslehrer · 1853-02-01 · Heft 2 (Februar 1853) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 2 (Februar 1853)
Date
1853-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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34 Der israelitische Religionslehrer deln vor deinem G otje." — So möchte, so sollte er lehren! — Allein diesem ernste» Mahnrufe gnade entgegengesetzt, spricht in des Lehrers Innern eine a ndere StimM: Du darfst, du kannst nicht lehren, wie es dir die Pflicht gebietet und das wahre Gottesthum es fordert; du darfst, du kannst deinen Kindern die Mosislehre nicht in ihrer Reinheit, in ihrer Erhabenheit mittheilen; nur die bitter? S ch a l e darfst du ihnen zu kosten geben, nicht den süßen, labenden, erquickenden Kern — widrigenfalls stoßest du auf unüberwindliche Hindernisse; die Alten werden dich, sobald sie nur entfernt ahnen, du gehest in deinem Geiste nicht gayz den alten ausgetretenen Weg, mit Vorwürfen überhäufen, Wt Verdächtigungen verfolgen, bis sie dich verstoßen haben. Brodlos wirst du dann umher irren, tief bereuend dich nicht besser in die Verhältnisse gefügt zu haben.*) Welcher Stimme nun soll er Gehör geben? Der Mann, welcher nur für sein AM lebt^ fühlt und denkt, dem die Schule seine schönste Sphäre, Menschenbilden die süßeste, erhabenste Beschäftigung ist, welcher Stimme soll der Mann folgen? —^ Nicht wahr, der besseren?— Dann wehe ihm! — Man hält ihn dann gewöhnlich für einen Unwürdigen, für einen Irreligiösen; mit heißer Sehnsucht sieht die Mehrzahl der Gemeindeglieder der glücklichen Zeit entgegen, wann der mit dem Lehrer abgeschlossene Contract abgelaufen sein wird. Ist diese erschienen, dann wird der Mann, hat er auch noch so sehr seine Schuldigkeit gethan, oft mit dem gröbsten Undanke entlM ihn, keine höhere Behörde nimmt sich des schuldlos Berurtheilten ") Den Märtyrern der Vorwelt errichtet man Monumente — doch verkannt und unbeachtet ist schon manches treue Lehrerherz gebröchett, weit es nicht lassen konnte von dem, was es als wahr erkanni hatte; nicht lassen konnte, im Dienste der Menschheit stets dem Besseren zuzustreben» bis es dem Hasse und der Verfolgung, der Bosheit, und dem Unverstände erlag. Solchen Anfechtungen erlag mein eigener seliger Onkel, David Schönhof, ehemaliger Lehrer in Oppenheim am Mein. Wer ihn, den Braven, kannte, weiß, daß er ein Lehrer war im achten ^inne des Abortes und daß man von ihm sagen kann: „Er war öin Äann unj^ war's in Allem ganz." — - > ' ' ^u^.

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