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Der israelitische Volkslehrer · 1853-02-01 · Heft 2 (Februar 1853) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 2 (Februar 1853)
Date
1853-02-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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ick Größherzogthum Hessen. 3Z sd! Ich kenne aus meiner amtlichen Erfahrung einen einschlägigen Fall, dessm Wahrheit ich verbürgen kann. Ein Sehrer nämlich, ein trtuer Arbeiter im' Weinberge des Herrn^ ein durchaus braver Änd wackeker Mann/ hatte das Unglück, sei» ner Gemeinde zu mißfallen; die fortwährenden ungerechten Verdächtigungen, Angriffe und Klagen warfen ihn zuletzt aufs Siechbett. Am Tage, da sein mit der Gemeinde abgeschlossener Eontraet abgelaufen war, fordert man ihn auf, die Schulwohttung zu räumem Der schwache, kranke Mann kann dieser Anfofderung nicht nachkemmen. Da schrieb ihm der Vorstand wörtlich Folgendes — der betreffende Brief ist noch in meinen Händen: 5,Ich etfüchs Ihnen, binnen einer Stunde die Schul' zuräumen, wo nicht, so finden wir uns genöthigt, das Local auf Ihre eigenen Kosten räumen zu lassen." Da war keine Wahl; man hätte der Drohung die That folgen lassen. Der Lehrer gehorchte. Einige Tage später begrub man ihn. So behandelte man einen Menschen, einen Lehrer, der vier Jahre das Theuerste, die Kinder, gebildet hatte. — Kostet es aber aüch tticht gleich das Leben; kommt der Mann bei so willkührlicher Entlassung noch frisch und gesund davon: ' unstät, von aller Welt verlassen, schwankt er, innerlich und äußerlich unsicher, timhet/ bis ihn an einem anderen Orte — von Neuem dasselbe Loos einholt. So vergeht sein Leben — was ist das für ein Leben! — unter Mühen und Drangsalen; selten erwächst ihm ein belohnendes Freudenblümchen auf seinem rauhen, dornigten Pfade. Allein und verlassen, stcht er da, N^jQ^jNpD, „wie ein einsamer Strauch in der Wüste"; denn ein unfreiwilliges Cölibat ist das' Loos der meisten israel. Religionslehrer unseres Landes, indem m solch' einer ungewissen, zweifelhaften Stellung kein gewissenhafter Mann es wagen wird, sich mit einem Weibe zu verbinden und deren Geschick an fein eigenes, oft so trostloses, zu ketten. — So sieht es bei uns zu Lande mit den Religionslehrern aus! — Wir wollen damit keineswegs gesagt haben, daß es nicht auch bessere Gemeinden gebe, Gemeinden, in denen es schon Heller aussieht, Gemeinden, in demn gebildete Vorsteher

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