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Der israelitische Volkslehrer · 1855-12-01 · Heft 12 (Dezember 1855) · page 32

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12 (Dezember 1855)
Date
1855-12-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Rundschau. 439 gemeldet ist, von Frankfurter Gesinnungsgenossen an W. gerichtet war, und worin man Viesen mit feinem Freunde Roftnblatt „benützen" wollte, um Nachtheiliges gegen Hrn. Rabbiner Grünebaum in Landau auSzugattern, nachdem man übrigens schon das Aergste über denselben durch den Druck verbreitet gehabt, natürlich bestärkt. Sowohl dieses „niederträchtige, perfide Verfahren," wie die k. Staatsbehörde es in der öffentlichen Sitzung bezeichnete, als der Umstand, daß in jenem Briefe, der mit den Papieren des jungen W. confiscirt worden war. bei dem Namen des Rabb. Gr. der „fromme" Ausdruck „^immack Sokemo," sein Name werde vertilgt, vorkam, hatte der k. Siaatvöthörde den ganzen sittlichen Abgrund de? Neuorthodorie gezeigt*). Der k. StaatSprocurator ließ sogar Hrn. Rabbiner Gr. kommen und legte ihm mit den obscönen Briefen die Fragen vor: „ob im Talmud nicht ähnliche Ausdrücke vorkommen und ob er nicht zum Fanatismus gegen die Uebertreter seiner Satzungen reizen könne? " Der Rabbiner konnte leider der Wahrheit gemäß beide Fragen nicht ganz verneinen. Er sagte, wie wir aus sicherer Quelle wissen, daß der Talmud wohl ähnliche Ausdrücke habe, und zwar frappant ähnlich mit den, in den iucriminirten Briefen vorkommenden, (so z. B. das aber in legislatorischer, natürlich nicht obscöner Rückficht; ebenso, daß der Talmud in seinen Koriphaeu zwar höchst tolerant sei, wie es aber nicht anders sein könne, daß in einem Werke, welches ein Convolut der Meinungen Hunderter sei, auch einzelne intolerante Aussprüche vorkämen, (wie ^55N Oj? als Gegensatz von vdzder, (5» izi 7,..^ Für beides mußte natürlich mindestens Ein Beispiel gegeben werden, das die k. Staatsbehörde auch anführte, indem fie den Fanatismus des jungen Menschen als Motiv der That geltend machen wollte, da sein Prinzipal zwar religiös, aber doch nicht so ganz „fromm« wie diese Partei ist. Gegen diese Darlegung erhob sich besonders Hr. Anwalt Rinald mit der Bemerkung, daß er seit seinem vierten Lebensjahre den Sitten der Juden ganz entfremdet sei, ihren *) Mm» vergesse nicht, daß dieser Brief an einen noch so jungen Menschen gerichtet ist den man als Spi o n mißbrauchte, gegen einen Rabbiner, welchen man freundlich besuchte, welchen man später anging, sich deS jungen ManneS anzunehmen — während man ihn fräher verflucht hatte — Beweis genug, wie heute noch Fanatismus und Heuchelei die Jugend innerlich vergifte-, und jeder iSrael. Vater, dem die Zukunft seiner Kinder ernstlich am Herzen liegt, zittern müsse bei dem Gedanken, daß sie in die Hände solche? Leute fallen tonnten. ES wäre daher wohl an der Zeit, über daS Treiben einer alleS invern HalteS baarea,mit leeren Floskeln und scheinheilige» Lugenverdcehen daS wurzelfaule Wesen zu verhüllen bedachten Partei, der immer noch so Kicht zu täuschendes Menschheit die Augen zu offnen und dem allen Grundsätze z O'Z2NN Ntzt T^VS^ZS ^"Ht angedeihea zu lassen. ' ______Anmerr. d. Sinsend. —) ES war jedenfalls geeigneter, diese Stelle, die erstens wirklich nur der LaSfpruch eine« Einzelnen ist und der «an daS Bildliche, Agadische, gleich ansieht, wofür sie auch gegeben wurde, als etwa die Stelle ^"Mlv '121 ^2^ON die alS Gesetz erscheint und i» ihre« nackten Ernste sich gleich dafür ankündigt, zu bezeichne». »»merk. d. Ei»!e»d.

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