Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1855)
- Date
- 1855-12-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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432 Receusisne». waS im Israeliten den Menschen herabsetzt, wird unerbittlich angekämpft. So bleibt der Redner auf dem Standpunkte, welchen der Tempel, der durch ihn, und mit welchem er heranwuchs, ihm anweist; der geistige Fortschritt, die liberalen Ideen in Staat und Religion, werden stetS mit Wärme und Begeisterung vertreten, während für das jüdische Alterthum die innigste Pietät obwaltet und die Brüder rechts und links mit überzeugender Kraft gelobt und getadelt werden, wie es Liebe und Gerechtigkeit gebieten. — Darum wurde der Salomonischen Beredsamkeit der selten glückliche Erfolg zu Theil, in Familien der verschiedensten religiösen Richtung Eingang zu finden, wozu gewiß die einfach gemüthliche Ausdrucksweise, der Midraschtsche Ton, welcher aus der alten Zeit unS anheimelt, sowie die gewählte Sprache, welche uns wieder wohlthuend in die Neuzeit versetzt, viel beigetragen haben. — ES verdienen daher obige Festpredigten, welche die genannten Vorzüge wiederum uns vorführen, um so mehr Anempfehlung, als die jüdischen Feste fast das einzige Mittel noch sind, welches die jüdische Glaubensgemeinschaft gottesdienstlich verbindet. Prediger werden darin einen reichen Schatz anregender Festgedanken finden; insbesondere aber können wir dieses Buch für Familien zum Vorlesen empfehlen — um so mehr, als bei den einzelnen Festen immer die allgemeinen Gedanken hervorgehoben und durchgeführt werden, so daß die Vorträge auch außer dem betr. Feste zu einer regelmäßigen Erbauungslektüre, z. B. an Freitagabenden, wie solches in meinem Hausemit dem besten Erfolg und Eindruck auf die Herzen unserer Kinder geschieht, sich bestens eignen. — Mit Erlaubniß des Herrn Verf. werden wir später in diesen Blättern Skizzen aus jenen Vorträgen mittheilen, weßhalö wir es jetzt unterlassen, auf die Mittheilung des Umrisses einzelner Predigten einzugehen. — Der geschätzte Hr. Verf. hat dem Herausgeb. dieser Zeitschr. die hohe Ehre angethan, ihm die angekündigten Predigten, „in inniger Verehrung und treuer Freundschaft" zu widmen. Wir freuen unS deS letzteren Prädikates mit dem innigsten Wohlqefühle; daS erstere müssen wir dem älteren College», unserem Meister und Vorbilde, zurückgeben. Seine Widmung soll uns ein Sporn sein, seines Lobes würdig zu werden; in seiner Anerkennung liegt beides, Beruhigung und Trieb zu neuer Thängkeit. — Wir können unteren Bericht nicht schließen, ohne auf die jugendliche Beredsamkeit unseres greisen Freundes die Worte anzuwenden, die er so schon (S, 188) in einer «e?!a-Predigt