Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1855)
- Date
- 1855-12-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Feftpredigte» v. vr. Salomo». 431 fern, sein siebzigjähriges Jubiläum begangen hat, gibt unS durch die obenangekündigte, neueste Gabe aus dem unerschöpfli chen Borne seines gottentflammten Geistes den wohlthuenden Beweis, wie es auch von ihm heiße: "7v5 8^1NNN2 tt*?- das Auge seines Geistes leuchtet noch ungetrübt, und die Frische seines Ausdrucks ist noch nicht geschwunden. Wir haben obige Predigten, von denen die ersten zweiundzwanzig über die fünf Hauptfeste — fünf über kesaek, zwei über Lekabuotk, zwei über kosek-HaZekava, sechs über ^om Xippurim, drei über LuKkotk, zwei über LLkeMZni-^eretK, zwei über Lunekatli-'I'ora) — dann die drei letzteren über Llsedak-Leadk, (.'kanukka und?urim sich aussprechen, mit steigendem Interesse gelesen. Wir können dieselben nicht besser würdigen, als indem wir den Geist und die Eigentümlichkeit der Predigtweise unseres verehrten Herrn Kollegen, worin auch diese Predigten geschrieben sind, hier, soweit es der Raum gestartet, näher charakterisiren. — Die Salomonische BeredLiamkeit steht bis jetzt, in ihrer eigenthümlichen Weise, unvergleichlich da. Sie ist, in einer glücklichen Mischung von Geist und Gemüth, von Auslegung d^r Bibel, des göttlichen Offenbarungsbuches außer uns, sowie der Auslegung und Alarmachung des menschlichen Herzens, dieses göttlichen Offenbarungsbuches i n uns, von eben so wahrhaft jüdischer als allgemein menschlicher Färbung. Datei sucht sie insbesondere jenes Heiligthum zu Weihes und zu feiern, welches in Israel bis auf den heutigen Tag voll so göttlich erziehender Kraft und Bedeutung ist, daß der Redner, welcher die in jenem Heiligthume aufgehangene Harfe zu rubren versteht, immer auf den Dank der Hörer und Leser zählen darf — nämlich das Heiligthum der Familie. Sie wirkt daher ganz vorzüglich auf das Gemüth; dte Thräne ist ihr schönster Lohn. Man hat ihr darauS sogar einen Vorwurf machen wollen, ohne zu bedenken, daß jede Individualität, wenn sie den Reichthum des geistig sittlichen LebenS vermehren soll, sich geben müsse, wie sie ist. — Dabei muß anerkannt werden, daß die Loqik der Salomonischen Predigten eine eben so gewinnende für den Geist ist, als ihre rührende Sprache das Her; unwiderstehlich einnimmt. Einfach entwickelt sich der Hauptgedanke in seinen verschiedenen Theilen, ohne durch vervielfältigte Unterabtheitung zersäqt und zersplittert zu werden Nicht immer sind die Theile von ebenmäßiger Größe, schließen sich auch nicht ängstlich yje Reihenfolge der Tertverse an; der Redner ist Meister seines Gedankens, und bewegt sich über und in demselben frei und ungezwungen. Polemik, die verletzen könnte, ist fern gehalten; nur gegen Das,