Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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zkmdscha». 4V7 meinem Bervstleben reihen. Der deutsche Gesang wollte in meiner Gemeinde lange keinen Anklang finden und 'in dem Rabbiner, einem Mann alten Schlags, hatte er einen offenen Gegner. So wendete er einmal in einer Predigt (?) den talmudischen Spruch au: yNN dVN'vl "!v5dNV1 -Statt Talmud zu lehren, thuu die Lehrer fingen!" Weil er aber roch ex ottkio Mitlocalschulinspector war, so kam er alljährlich zur Schulprüfung. Da begann ich nun einmal mit dem, Ihrer Pesach-Hagada entnommenen, nach der bekanntes „46ir du- Melodie gedichteten Lied: „Lobt den Herrn, «ah und fern ,c " und davon wurde der alte Mann so freudig überrascht, daß er von jenem Momente an seine Opposition gegen den Gesang aufgab! Möchten Sie uns bald noch mehrere solche Semiroth bringen, aber eben so einfach, so an das Alte sich anschließend, auf daß sie Gemeingut werden können. D Aus Oesterreich. — Im Oktober. — Das Concordat zwischen dem heiligen Stuhle und dem österreichischen Staate ist bereits erschienen. Sie werden vielleicht fragen, inwiefern dieses die Leser der Monatschrut interesßrt und doch empfehle ich Ihnen dieses Aktenstück zu lesen. Die Kirche ist darin in einer Weise emanzipirt, daß fie furchtbar werden kann; furchtbar für den Staat, noch furchtbarer aber für uns Juven. Man kann nur der Hoffnung Raum geben, daß die Zeiten deS Mittelalters deun doch schon vorüber sind, und daß der katholische CleruS klug genug sein wird, um nicht die ihm massenhaft eingeräumte» Rechte zu mißbrauchen. Ueber unseren bürgerlichen Angelegenheiten ruht noch Geheimniß. Bei den neuen Finanzoperationen des Staates soll wieder die Befitzfähigkeit der Zudeu zu Sprache gekommen sein. So viel ist gewiß, daß der Herr Finanzminister Freiherr v. Bruck sehr geneigt ist den Juden dieses Recht einzuräumen. Wie ich Ihnen sogar als gewiß mittheilen kann, ist auf seine Veranlassung in der »österreichischen Zeitung" ein Artikel vor kurzer Zeit erschienen, worin für die Befitzfähigkeit der Juden in die Schranken getreten wird. Herr v. Bruck hat genng praktischen Scharfblick um einzusehen, daß die Staats-Domainen. die nun verkauft werden sollen, um den zwei- und dreifachen Preis verkauft werden können, wenn die Juden sich bei der Concurrenj beteiligen. — GS hat übrigens jenes provisorische Gesetz in Betreff der Befitzfähigkeit der Juden vom 3. Oktober 1652 viel Unheil gestiftet. Die Bevörden wollen aus dem Einen ableiten, daß AlleS für die Juden in Frage gestellt wurden. So ist in letzter Zeit den Juden der Aufenthalt in Steiermark hie und da versagt worden und die Betreffenden sahen sich genöthigt beim Ministerium einzuschreiten. Ich will von den äußeren Verhältnissen zu den inneren übergehen. Die Lösung der EultuSfrage im neu erbaut werdenden Tempet zu Wien wird auf die ganze Monarchie von bedeutendem Einflasse sein. Nach Grwahlung des neuen Predigers daselbst, wird die innere Gestaltung deS Gottesdienstes an die Reihe kommen. Die Frage über deutsche Lieder