Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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408 Rundschau. und Instrumentalbegleitung, die mau bis jetzt umgangen hat, werde» dann gelöst werden müssen. Und werden ste es glauben? während bereits viele Gemeinden der Monarchie mit den orthodoxesten Rabbinen an der Spitze deutsche Lieder mit Instrumentalbegleitung in die Liturgie aufgenommen haben, will man in Wien von mancher Seite glauben machen. _daK^_man dort „zu fromm" für derartige Reformen sei! — Doch lassen wir das für jetzt dahingestellt. Erlauben Sie mir dabei auf eine andere Frage zurückzukommen, die Hert vr. K^lhn in der Monatschrift angeregt hat (Augusthest). Ich glaube selber, daß an keine Transaction der vorschreitenden und den orthodoren Partheien zu denken. Es gibt kein Bündniß zwischen Eigensinn und Bornirtheit und dem gesunden reinen Denken. W»e wäre es aber, wenn diejenigen Gemeinden, die bereits eine neue Liturgie eingeführt haben, sich untereinander einigen würden, damit diese Liturgie eine gleichmäßige sei? Ich Witt damit nicht sagen, daß diese neue Liturgie für ewige Zeiten festgesetzt werde, denn entrs noas soit Sit ein großer Theil derjenigen, die eine neue Liturgie eingeführt haben, halten den Liänr, den sie herausgegeben, noch höher als Foratk Mosens, woran kejn^IMa^erändert werten dürfe. Ich möchte mir daher erlauben den Vorschlag zu machenVIä? ^ie^verresseuveu Geineinden eingeladen werden bei einer derartigen Versammlung sich durch einen Abgeordneten vertreten zs lassen. Man würve dadurch der Eitelkeit, der Ab- und Zuneigung der Einzelnen entgehen, und in der Gemeinde liegt roch nach wie vor die Autonomie. Herr Baron Anselm v. Rothschild, der jetzige Chef dieses Hauses in Wien, hat für seinen jüngst verstorbenen Vater Salomon v. Rothschild Stiftungen bei der dortigen Gemeinde mit 16.000 A. gemacht. Frau Herz ged. Edle v. Lämel hat, wie Sie bereits werden gelesen haben, 56,000 fl. w 4^^^MttalliqueS zur Begründung einer Kinderbewahr-Anstaltin Jerusalem, zum Andenken ihres sel. VaterS Simon Edle v. Lämel bestimmt. Herr vr. L. A. Frankl. der die Sache angeregt hat, wird sich im Laufe des Winters nach Jerusalem begeben, um die Anstalt ins Leben zu rufen. Bromberg, im November. — Von dem jüdischen Gemeindevorstand in Bromderg ist bereits bei dem dortigen Magistrat und der Kcnigl. Regierung der Antrag gestellt worden, an den beiden dort erlstireuden höheren Lehranstalten, dem Gymnasium und der Realschule, für die Zöglinge jüdischer Covfession den Religionsunterricht durch den dortigen Rabbmer vr. Gebhardt leiten zu lassen, welches die freudige Hossnung verspricht, genehmigt zu werden. — Ferner besteht daselbst schon seit einem Iabre unter der Aussicht des Rabbiners vr. Gebhardt und der Leitung des Lehrers Weinberg eine israelitische ReligionSschul-, zunächst für undemittette Kinder, da für die bemittelten mehrere Religienslehrer privatim angestellt find. — Ä. Fürst, Lehrer. Beim Schlüsse dieses Heftes wird uns durch einen Augenzeuge» die Nachricht, daß der junge Wetzlar (s October-Hef?. Seite 365) vor dem Zuchtvolizei-Gerichte zu Landau, aus Mangel an zureichenden Beweisen, freigesprochen, aber von der appellirendeu Staatsbehörde in Hast behalten wurde. Näheres nächstens. — Die Red.