Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129729--1375-3131992- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rundschau. 40» zipation der dortigen Juden auftrat und bei uns vorkommenden Falles sicherlich ein Gleiches thun würde»), — soll wie vielfach verlautet, iSr. Präpa. 1 paranden den Seminareintritt bis zur Unmöglichkeit erschweren, dagegen ihnen gern die Zulassung zurDfortigen AuStrittSprüfung, reSP. Final-Eramen gel statten. Man ersieht, wie die Ultras aller Confesfionen sich so gern in die Hände arbeiten. Unsere Ultras hatten schon vor Iahren um die Suspension j vom Seminarbesuch Seitens der israelitische» Lehrer bei allerh. Stelle nachgesucht, mit welchem Begehren sie jedoch auf gegner'schen Berichterstattung mit Glan; abgefahren find. — Da nun unsere angehenden Lehrer diesj seitS veS Rheins nur der Besuch der drei Seminarien zu Schwabach, Bamberg und Würzburg gestattet ist und sie in ersterm vom Ultra-ProtestantiS-. muS und in letzter«; vom Ultra,RabbiniSmuS behelligt werden, so ist ihnen der Besuch des Seminars zu Bamberg vor allen gar sehr anzurathen. In Bamberg genießen sie auch den Religionsunterricht deS greisen, aber geistig Z jugendlichen Rabbiners, Hrn. Rosen feld, können sich bei den dortigen, durch den Kantor H. Ottenstein so würdig geleiteten Gottesdienst zugleich als Vorsänger ausbilden und finden in der gebildeten und zahlreichen israelitischen Gemeinde leichter die Mittel zu ihrer Subfistenz. Ueberhaupt bildet die Bamberger iSr. Gemeinde eine wahre Oase in unserm todten und wüsten Synagogenleben. Da ist ein für zeitgemäße Reform des Gottesdienstes begeisterter Rabbiner, der z. B. kürzlich erst das entstellende Todtengewand am Fasttag abgeschafft; ein Kantor, der mit der Fülle seiner Stimmmittel einen allgemeinen erbauenden Gottesdienst zu leiten versteht, eine Gemeinde, die eine prachtvolle Synagoge erbauet, aber nicht nur am CinweihungStage ^nt einem zeitgemäßen Gottesdienste einzog, sondern Jahr aus Jahr ein einen solchen aufrecht erhält; die bei der Berufung ihres Kantors und z Lehrers nicht geknikert, sondern ihm ein anständiges Auskommen gesichert hat; eine Gemeinde, an deren Spitze in Übereinstimmung mit dem Rab- Z biner ein Vorsteher wirkt, der, eine geachtete Stellung im bürgerlichen j Leben einnehmend, sich nicht von seinen Glaubensgenossen hvchmüthig ab-, sondern dem jüdischen Gemeinwesen seine Kräfte eifrig zuwendet. Da ist endlich eine Schule für junge Lehrer, Vorsänger, Gemeindeschreiber 1 und Männer für die Welt! — Aus ein er benachbarten kleinen Stadt wird uns folgendes Curiosum mit- - getheilt Der Protest. Decan daselbst wollte das Kind einer christlichen Mut- Z ter, welche die Gebühren nicht bezahlen tonnte, nicht taufen, da schösse« sie einzelne Juden zusammen! — Ein Doctorirter, natürlich der -frommen" -) Jeder bayrische ZSraelite erianert sich gewiß mit Fre»de» noch deS zustimmende» DotumS deS protestantische» Oberconsistorialpräsidente» v. Arnold i. I. I8S0, der zu de» fechS Reiche atbSmitgliedera zählte, welche für die Smancipatio» der bayrische» Jude» stimmt»», Z wa< vielleicht eis Grund, daß dozumal auS keiner protestantische» Kemnade Petitionc» gegen dieselbe einliefe», wie sie von katholischer Seite, durch de» Bolksbotea bearbeitet, i» Nasse eingegangen war«. A