Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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. Pabst SlrtuS V. Ernst daraus! — Wie groß ist denn die Summe? fragte Sirtus. — „Man sagt, tausend Zechinen. Fürwahr viel Geld für ein Pfund Zudenfleisch, da das beste Saufleisch um sechs Bajocb feil ist." — Unb waS denkst denn Du, fragte Sirtus, daß so ein Pst-nd Menschenfleisch Werth sei? — „Keinen Quattrino gäbe ick darum! Zadel la vermutlich auch nicht, wenn das Vieh scksn geschlachtet wäre. Er thut das nur wegen des Vergnügens, den Hebräer Fratzen schneiden zu sehen, wenn er in seine Haut zu schneiden beginnt, und dem Publikum ein so einziges Schauspiel, als Z^steuer zu dem Octoberfeste zu liefern. Willst Du mit, so stelle d^ck morgen früh um sechs Uhr an's Ghettothor beim ponte quattro capi, dort wirst Du mich treffen. riveävre!! Und damit hinkte rer Bettler fort." Aber auf Sirtus hatte diese Erzählung einen riefen Eindruck gemacht Er glaubte den Uebermuth der Barone überwunden, ihre Wildheit gebändigt, und jetzt tritt mit frechem Hobne einer der verwegensten unter ihnen gegen das Gesetz, mit Hilfe und unrer dem Beistande desselben, in die Schranken, es am hellen, lichten Tage zu verspotten. »Dem Frevel muß gesteuert, dem kecken Richter muß ein Strich durch seine Rechnung gemacht wedren? Ein ganzer Tag der Ruhe ist mir nun einmal nickt gegönnt. Mein Hirtenftab muß wohl schon wieder einmal mit der Schleuder gegen den Wolf vertauscht werden. Dem Handel muß ick noch heste auf die Spur kommen!" — _______So mit steh selbst redend, schlich er sich durch dies?!be Tbüre, aus welcher er gekommen war, in seinen Palast zurück. Nachdem er sein Bettlergewand gegen einen weißen Talar von Kai^emirwolle vertauscht hatte, ließ er den Oberrichter der Ro:a, ren Conre Valerio Zavella. vor sich bescheiden. Als dieser v-ch einiger Stunden Verlauf bei ihm eintrat und, vor ihm nie?erk?.ieend, den Pantoffel küßte, redete der Papst: Erhebet Euch schnell und berichtet mir über das an einem Hebräer zu vollziehende Todesurtheil am nächsten Morgen? Kein Todesurtheil, entgegnete der Conte — Qbne die Unterschrift Ew. Heiligkeit darf kein Todesurtheil geMt werden. ES ist eine einfache Extradition eines verschriebenen Pfandes. daS nickt eingelöst und seit vorigem Monate meinem Neffen Antonio Zavella anheimgefallen ist. Und dieS Pfand besteht? fragte ihn scharf firirend der Papst „Mein Neffe hat oft seltsame Grillen. Eigentlich ist er eineifriger, ein gar sehr eifriger Christ, und deßhalb ein abgesagter Feind aller Feinde Christi, vorzüglick aber jener ßottc-lödter. der verfluchten Bewohner des Ghetto. Wo er einem solcken cinen