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Der israelitische Volkslehrer · 1855-11-01 · Heft 11 (November 1855) · page 25

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11 (November 1855)
Date
1855-11-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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und dk Shylotsage. sss den Abhang des Zaniculo hinanzieht und nach der alten Wasserleitung, so wie nach dem genannten Kloster führt. Bettler und Bettlerinnen aUen Alters und mit allen Gebrechen deS menschlichen Körpers behastet, Krüppel aller Art. zogen, hinkten oder huschten ohne Beine auf hölzernen Wiegen, mit den Händen sich fortschiebend, in einer langen Reihe theils den kürzern Fußpfad, theils den längern und bequemeren Fahrweg hinan. Noch heute kann man, an Festtagen besonders, solche Lumpenzüge, den Kirchen und Klöstern zu, in der ewigen Stadt dahin ziehen sehen. Ehe die Glocken zu Mittag läuteten, fand sich denn die ganze ebrbare, preßhafte Versammlung an der Klosterthüre auf der Klosterterasse versammelt, Jeder mit einem blechernen Geschirre für die Suppe versehen. Auch Sirius reichte das seine hin und empfing die reichliche, duftende Speise nebst einem Vrode. pÄAnvttell«, genannt. Er setzte sich in den Schatten eines Maulbeerbaumes und genoß mit gutem Appetit seine schmackhafte Suppe. — Als er geendet und den Segen gesprochen, rief er: Das war ein kostbares Mahl! Möge es Gott gesegnen! Hinter ihm ertönte darauf die Stimme eines Bettlers, den er bis dahin nicht bemerkt hatte: „Konnte immerhin für den heutigen Zuschuß des edlen Antonio noch etwas kräftiger nach Fleisch schmekken! Aber man merkt keinen großen Unterschied gegen gestern. Was denkst du davon? Zavella's hundert Skudi werden wohl durch andere Kehlen, als die der Armen gehen!" — Heute Hat'S mir recht gut geschmeckt, entgegnete Sirtus; wie es sonst ist, weiß ich nicht, da ich heute zum ersten Mal meine Suppe auf dem Janiculo genieße. — „So bist Du wohl aus der Fremde?" — Bin seit gestern hier in Rom. Bisher lebte ich in Civita Castellana. Da wurd's von Tag zu Tag langweiliger. Passirt nichts. Ein Tag vergeht gleich dem andern. Und die Kost ward immer schlechter. In Rom, dacht' ich, kann's unser Einem nie fehlen. — O, erwiederte der Bettler, Du könntest Dich doch geirrt haben. Viel Säue, sagt man, verdünnen den Koben. Aber langweilen wirst Du Dich nicht. Und gerade jetzt kommst Du zur rechten Zeit. Der Zavella, dessen Freigebigkeit wir eben heute eine kräftigere Suppe und ein besonderes Pagnotello verdanken, hat seinen Proceß gegen den Hebräer gewonnen, und morgen früh soll an der docea öella vvrltä der Jude geschunden werden. Sirtus ward aufmerksam. Das ist ja eine ganz etgenthümliche Vrocedur? Geschunden wird ein Hebräer, sagtest Du? — Ei, ja? Er hat sich dem Zavella mit einem Pfunde Fleisch nahe seinem Herzen für eine Schuldforderung so gleichsam zum Scherze verschrieben; aber die Zavella verstehen keinen Spaß. Morgen wird

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