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Der israelitische Volkslehrer · 1855-11-01 · Heft 11 (November 1855) · page 27

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11 (November 1855)
Date
1855-11-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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und die Ghylotsage. S95 Schabernack spielen kann, da laßt er'S nicht und betrachtet eS als ein Gott gefälliges Werk. Manchen hat er bereitsauf seine Weise in den Schooß der heiligen Kirche geführt. Diesmal ist er an einen hartgesottenen Derräther unsers Herrn, dessen Stellvertreter wir in Dir in Demuth verehren, gerathen. Er heißt Shylok und ist ein unverbesserlicher Sünder, der jetzt in der Falle steckt. Er wird nicht herauskommen, ohne entweder seinen Glauben, oder ein Pfund Fleisch aus seiner Brust einzubüßen." Otterngezücht? donnerte Sirtus. — Denkt ihr das Himmelreich unsers Erlösers auf Erden also zu verbreiten? Das ist wahrlich kein Beginnen heiliger Frömmigkeit; das ist die teuflische Lust am Leiden des schwachen, irrenden Menschen, die euch bewegt, so arge Mittel zu einem scheinbar guten Zwecke zu gebrauchen. — Zavella? ich befehle, daß der Spruch zurückgenommen, daß der Proceß revidin werde! Heitiger Vater, sprach mit leiser Stimme und mit gebogenen Knieen der Oberrichter — es ist auch nicht einmal von einem Processe die Rede. Zavetta zeigte einfach den Schuldbrief nach der Verfallzeit vor und bat um den Beistand des hohen Gerichtes. Wir konnten den Rechtsgang nicht ändern. Ein Richter darf nur das strenge Gesetz vor Augen haben. Was würde wohl aus Deiner so wohlgeordneten Regierung, was aus der wieder hergestellten Ehrfurcht vor dem Rechte werden, weun wir nach Gefallen, und unserm besondern Gefühle zufolge unser Urtheil einrichten würden? Möge das Ew. Heiligkeit wohl bedenken und sich selbst nicht eine Willkühr gestatten, welche Dieselbe an Anderen so strenge zu ahnden gewohnt ist. — So geh'! rief der. Papst mit verbissenem Unmuthe. Ich er-, kenne es heute, was die Alten damit sagten: sumwum Zus summa injuria!*) Geh', du gerechter Richter; nur denke, daß es einen noch gerechteren übrr Dir gibt, dem Du früher oder später Rechenschaft abzulegen hast. — Damit gab ihm der Papst seinen Segen und entließ ihn. (Schluß im nächsten Hefte.) *) „Das Recht, auf die Spitze getrieben, wird zum Unrecht.» — Uebers. d. Red.

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