Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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uu5 die Shytoksage. 89l Verbrechens über alle Umgebungen emporragt. Man nennt ihn allgemein den Thurm des Nero, einen Namen, an den man alles Düstere ungezähmter Tiegernatur anzuknüpfen gewohnt ist. — Die Zeit des Ueberganges erzeugte, wie jene entsprechende in der Ursage. da sich das Menschengeschlecht auf Erden seine Wohnsitze einzurichten beganik, wiederum seine wüsten Ungeheuer, und diesen gegenüber, sie bekämpfende Heroen, Heilande der Menschheit, und unter ihnen überragte kein einziges den grausam-wollüstigen Antonio Zavella, und kein einziger den Papst SirtuS den Fünften, wie es eine Novelle zeigt, welche aus jener Zeit auf uns gekommen, und die in der Überschrift namhaft gemacht ist. Wir wollen sie — nicht eben in treuer Uebersetzung, da unS die Novelle selber nicht zugänglich war — nach unserer Weise zu reproduciren suchen, und sie in frischer Gestalt vem Lesepublikum vorführen. -- Schon als Cardinal zeichnete sich Peretti durch große Sittenreinheit vor seinen College« und ihrem Oberhaupte, dem Stellvertreter Christi, aus. Er erwarb sich durch seine Strenge gegen sich selbst die Achtung derjenigen wahrhaft religiösen Männer, und machte zugleich durck eine scheinbare Schwache die Dissoluten sorglos. Als er nun mit einem Male auf den Stuhl Petri gesetzt, sich in hochaufgerichteter Männergcstalt zeigte und mit einer so gewaltigen Stimme das l^eum intonirte, daß das Gewölbe davon widerhallte, da erstaunten und erschrocken die Purpurträger, seine jetzigen Untergebenen, und die Sünder unter ihnen erblaßten. Ein großes Tagewerk, eine herkulische Arbeit, sollte im Schafstalle der Central-Christenheit vollbracht, die eingebrochenen Wölfe sollten bekämpft werden! Die meisten Kirchenfürsten waren aber dazumal aus jenen mächtigen und trotzigen Familien der hochgebornen Barone, oder gar selber noch mit gewaltiger weltlicher Macht umgeben. Sie waren zugleich gegenseitige Beschützer und Beschützt-. Aber der Löwe, der mit einem Male von seiner Lagerstätte sich erhob, hat über alle Mächtigen den Siea errungen. Doch der Sieg ward mit Schweiß unv Blut theuer genug ertauft. Um geringeren Preis war er nun einmal nicht zu gewinnen. Jene hohen kirchlichen und weltlichen Fürsten wollten nicht freiwillig von ihren bösen Wegen einlenken und in den, ursprünglicher Einfalt und Sittenreinheit evangelischer guter Hirten zurückkehren Und die es nicht wollten, sollten dazu gezwungen werden. Die reichen Barone glaubten sich hinter ihren Mauern sicher genug, um fortzufahren, dort ihren Raub mit Ruhe zu verzehren, und boten dem heiligen Bater Trotz Sixtus warf alle diese Ungeheuer in Menschengestalt nieder und