Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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V4 Pabst Sixtus V. n. die Shyloksage. (Nach einer alten italienischen Novelle.) „Und im sechzehnten Jahrhunderte findet sich die Novelle von Shvlok. als wirklich geschehen, so erzählt, daß es ein Christ ist, dessen teuflische Unerbittlichkeit gegen einen Juden durch den Spruch eines klugen Richters, des Pabstes Sirius des fünften vereitelt wird.*)" Siehe Niebuhr rem. Geschichte. 3. Aufl. Berlin. 5828. Th. I. xax. 50. Nota: „Ueber die Umkehrung der Sagen." WaS der unerschütterliche Wille eines Mannes, der das Rechte will und das Richtige erkannt hat, während einer nur kurzen Zeit seiner Wirksamkeit auszuführen vermag, davon hat uns kein weltlicher oder geistlicher Fürst ein leuchtenderes Beispiel geliefert, als *) „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht." Von der Richtigkeit dieses großen Wortes werden sich unsere Leser auf's Neue vurch obige Mittheilung tief überzeugen. Die Sonne der Wahrheit bringt Alles an den Tag» stellt Alles vor das Gericht der Nachwell und breitet ihre Strahlen aus. ZN OdN 21V Od5 .O^2 „über alles Verborgene, sei es gut oder dös." — Bekanntlich hat Shakespeare greßteuth-ilS nach Novellen, besonders italienischen, seine unsterblichen Dramen gedichtet. Allein so lange sein Genius leuchten wird, wird die Verdrehung der Shyloksage als ein dunkler Flecken au dessen Sonne haften. Dem Dichter und seiner Zeit hat es freilich besser gedient, die Rachsucht inS Her; des Juden zu vervSanzen^und solche auch, in poetischer Gerechtigkeit, durch unvergleichlich schöne Stellen zu motiviren. Ader soweit darf die poetische Licenz in Entstellung der Wahrheit und Verläugnung der Geschichte doch nicht gehen, daß sie nne ganze Religionsgemeinschaft lügnerisch dem schadenfrohen Hasse preisgibt, der sich „am Kaufmann von Venedig" sattsam erlabte. Gewissenlos darf die poetische Hrfinvnng n.cht sein. — Wir sin? für obige Mitthellung dem geschätzten Verfasser, einem m Rom wohnende» deutschen Arzte, dessen Name» aus dem Gebietder Religionsphilosophie wie der Dichtung mit großem Ruhme genannt wird, zu innigem Danke verbunden, und sollte es uns;u5 detonderev Genugthuung gereichen, wenn auch andere italienische Forscher »aseres Glaubens dadurch bewogen wurden, dem so hochwichtigen Gegenstände weiter nachzuforschen uns den Schleier von einer Geschichte völlig zu lüften, welche die in der Leidensgeschichte Israels versonificirte Zabel »vom Wolf und Lamme - auf S Neue schmerzlich, aber ehrenrettend für unS. bewahret.__Die Redactiou.