Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11 (November 1855)
- Date
- 1855-11-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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?». Ueber den Modus bei Nkabbinerwahleu. Zn unserer Zeit, wo alle Verhältnisse in der Schwebe sind, neue Formen des LebenS und neue Arten des Verfahrens überall austauchen, die nur äußerlich als von keinem großen Belange erscheinen, dem denkenden Beobachter aber, welcher nicht bei der Außenseite stehen bleibt, in ihrem inneren Zusammenhange mit den tiefergehenden Motiven des Lebens sich allerdings als von großer Bedeutung darstellen, muß auf dergleichen äußerliche Manifestationen auch im religiösen Gemeindeleben gewissenhaft geachtet und aufmerksam gemacht werden, damit der Sinn der Gemeinden, oft gegen den eigenen Willen ihrer Führer, nicht irre gehe und in den Mitteln des Verfahrens sich vergreife. Als eine solche Erscheinung müssen wir auch den ModuS bei Rabbinerwahlen bezeichnen. Derselbe war in frühern Zeiten ein ganz anderer, als er sich jetzt in den meisten Fällen, und zwar gewiß nicht zur Hebung der rabbinischen Autorität, selbst in den größten Gemeinden kund gibt. — Wenn in frühern Zeiten eine jüdische Gemeinde einen Rabbiner aufnehmen wollte, wie verfuhr man? — Gewiß, auf die würdigste Weise! — Zn Ermangelung einer obersten Religionsbehörde, durch welche, wie dieß bei den christlichen Gemeinden, aber oft nur zum Schaden der religiösen wie der Gemeinde-Freiheit, stattfindet, ein Avancement für die durch Atter und Wissenschaft ausgezeichneten Seelenhirten eingehalten werden sollte, übernahm die Gemeinde selbst, nach bestem Wissen und Gewissen, dieses Amt der Gerechtigkeit und Anerkennung, indem sie ßch unter den rabbinischen Autoritäten ihrer Zeit umsah, um denjenigen Mann herauszufinden, von welchem sie annehmen durfte, er werde sich für ihre bezüglichen Verhältnisse eignen und durch ihre Wahl geehrt fühlen. An diesen Mann wurde?in Abgesandter („Meschullach") entsendet, um mit ihm über die näheren Be-