Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Rundschau. »nd die größeren Geschwister fasten, den Knaben des Vorstandes: ob sein Vater repniULu lege. Ob er auch dazu beauftragt war, können wir wohl nicht behaupten; doch ist eS natürlich, daß ein solcher Mensch sich »n^ diesem elenden Treiben übt, wenn man ihn der Corresponden; in so wichtigen Dingen von Seiten als -hochfromm" anerkannter Männer — wir tvuuteu Namen nennen — gewürdigr hat Den Glaubensgenossen aber werde» doch bald die Schuppen von den Augen fallen, und wo das sittliche Bewußtsein noch nicht ganz erloschen ist, wird man sich von einem solchen jedes, und namentlich daS religiöse Gefühl tief verletzenden Systeme des IpiouirenS und der Angeberei mit Abscheu abwenden. Wahrlich! eS ist hohe Zeit; sonst gehn wir einer traurigen Zukunft entgegen. — Wie«,!S. Okt.!655. — Die Predigerfrage steht jetzt bei uns hier in erster Linie. Es ist nichts Leichtes, diesen Pölten zu besetzen. Der Mann wird viele Eigenschaften besitzen müssen, wenn er in vollem Maße sein Amt wirv ausfüllen wollen. — Es wird Ihnen bereits bekannt sein, daß 29 Eanvitaten sich gemeldet haben. Es sind so ziemlich alle Farben vertraten. Einige Aspiranten find darunter, au denen nur die „Odii-xod" zu bewundern ist. — Wie ich höre, hat sich aus der Mitte des Vorstandes ein Comite gebildet, wobei der Vertreter, Herr Josef Wertheimer, den Vorsitz fuhrt. un!> zu welchem Herr Prediger Mannheimer zugezogen wurde. Drei oder vielleicht fünf werden aus der Eandidatenliste gewählt und zu Probepredlgten. die noch Heuer im Winter statt siuden sollen, eingeladen. Die übrigen Kandidaten werden sogleich die betreffenden Documente zurückerhalten. — Trier» den t. October. — Hier und im ganzen Bezirke ist man leider «och bei weitem nicht so weit fortgeschritten und so hellsehend, wie der Herr K. Kirch heim in Frankfurt a. M., iu seiner so ganz bestimmten Voraussetzung: daß nach einigen Dezennien die Gottesidee so weit fortgeschritten sein wird, daß der Mensch keine äußere Anregung mehr bedarf, vielmehr die Welt das Gotteshaus für Alle sein wird. (Allg. Ztg. d. IudenthumS Nr. 39.) Ja noch mehr! man ist hier noch so weit zurück, mir Bestimmtheit anzunehmen, daß die Zeit, in welcher der Mensch keiner äußern Anregung mehr bedarf, nie kommen wird, indem selbst in der von den Propheten verheißenen «ejsiamschen Zeit, der Glaube an den einig einzigen Gott zwar allgemein sein und Lieb« und Friede alle Menschen durchdringen und beseelen wird, die Menschen aber dennoch durch äußere Anregung in einem Gotteshaus und einer Gottesstadt und durch äußern CulruS, diese Ideen und Gesinnungen »och weiter ausbilden und sich so in diesen stärken und kräftigen, daß sie die Leidenschaft und Sinnlichkeit überwinden und besiegen. Man glaubt hier dieses durch die Stellen. Zes. 2, 2 u. 3;!!, S. 66,23; Sacharia!4.9 vergl. mit l6 ff. und noch viele andere beweisen zu können; die Menschen, so glaubt man ferner, und mit Recht, bleiben selbst in der messianischen Zeit immer noch Menschen, natürlich werden und sind sie alsdann bessere Menschen, aber »och keine Engel, ohne Begierden. Neigungen und Leidenschaften, und so lange