Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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„Libanon" v. Frankel. 36S beschränkte, sondern unS die Nrtheile vieler eminenter Geister christlichen Bekenntnisses über Juden und Judenthum vorführt, ein wohlthuendes Zeugniß, wie eine nicht nur vorurtheilsfreie, sondern vielfältig liebevolle Beurtheilung unseres Wesens und Strebens bereits in die Menschheit stegreich eingedrungen sei und sich durch den Offenbarungsmund der Poesie kundgebe. — Möchte dieses Buch in keiner gebildeten Familie fehlen! Möchte eS namentlich in israelitische Schulen Eingang finden! Denn unsere Jugendliteratur ist sehr arm. Unsere Lesebucher. alle ohne 'Ausnahme, sind entweder durchgehends christlich gefärbt oder gehen doch in einer großen Anzahl von Erzählungen und Stellen auf die Verherrlichung des Christenthums aus. Das arme Judenthum — wer gedenkr dessen? — Ja, freilich da und dort kommt einmal ein Gcschichtchen vor, wo unS das Kompliment gemacht wird: auch ein Jude ist zuweilen ein ordentlicher Mensch! — Und da wundert Ihr Euch, daß unsere Jugend jedes Selbstgefühls entbehrt, daß ihr das Judenthum gleichgültig, wenn nicht gar verächtlich wird? — Lieder auf das Christkindlein und auf die Weihnachtsbescheerung finden sie in ihren Lehrbüchern genug — begeisterte Gesänge auf die eigene Religion, auf deren Hobe Verkünder und duldsame Träger — nirgends! — Hier ist ein Buch, Ihr Eltern und Lehrer aus Israel, woraus Ihr Eueren Kindern vorlesen, worin Ihr Euere Söhne und Töchter selbst lesen lassen sollet! — Es ist klassisch wie irgend eines; es ist heiligender Begeisterung voll wie selten eins! — Lasset es Euch nicht umsonst empfohlen sein! — Der Prophet Hosea spricht von Israel: M^^^NIS' 7!)2^?2 l'VIL? „es blühe wie die Rose und schlage Wurz^ wie der Libanon!" Es ist hierin die Schönheit der äußeren und die Gediegenheit und Tiefe der inneren Bildung herrlich ausgedrückt. — Der Midrasch aber fügt hinzu: ^INI ^"Nk-P ^22^2 N^l „einst wird die Israelitische Jugend einen wohldustenden Hauch verbreiten, wie der des Libanon!" — ^o wünschen wir denn, daß der göttliche Hauch, der diesen, von unS angekündigten „Libanon" durchwehet, auf unsere Jünglinge und Jungfrauen übergehe — in Wahrheit! er wird sie mehr als jede andere Salbenmischung beliebt machen vor Gott und vor den Menschen! — L. S.