Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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und dl> MeffiaSidäe. 855 dadurch unsere Divergenz zwar gesteigert, aber auch gerechtfertigt haben! Haben wir denn je oder irgendwo eine Ausgleichung oder einen Kompromiß angestrebt? Nirgends und nimmer! Unser Streben bestand nur darin, die heterogenen Elemente auseinander;u legen und durch die Reagentien jeden Bestandcheil in seiner reinen Gestalt darzustellen. Das ist gegenwärtig mein Ziel, daS war eS damals, als ich vor nunmehr einem ganzen Menschenalter meine Schrift „die Offenbarung nach dem Lehrbegriffe der Synagoge" der Oeffentlichkeit übergab Damals, wie heute, verhehlte ich mir nicht, daß mein Streit gegen zwei entgegenstehenden Seiten gerichtet war und ist: gegen den puren Rationalismus, so wie gegen die Misch-orthodorie aus dem Offenbarungselemente mit stärkerem oder schwächerem Zusätze von Philosophemen und Heidenthum. Da konnte es denn nicht fehlen, daß ich nicht bloß Eignes, sondern auch Fremdartiges dem Läuterungsprocesse unterwarf, wiewohl ich nur das Einheimische im Visir hatte, und an die „verirrten Schafe vom Hause Israel" meine Worte richtete. War das meine Schuld, daß man sich durch eine reine wissenschaftliche Forschung, die kein dogmatisches Joch duldet, auswärts noch härter angegriffen fühlte als innerhalb meines eigenen Pferches? Der Herr Prof. Staudenmeier, vr. der Theologie, (in der genannten Schrift S. 16, 17) und nach ihm (wo nickt auS ihm) der träte ^Sostino kleiner (a. a. O. S. 217) haben ihren ZionSwächterruf über mich erhoben. Der Deutsche ohne Umstände, der Deutsch-Italiener mit allerhand Honig, den er auf den Rand des bittern Arzneibechers strich, ehe er ihn dem Kinde an den Mund zum Schlucken brachte. Herr The ine r überhäuft mich mit unverdientem Lob. erhebt mich selbst zur Würde emes ^r:»»»-r5dbino, freilich mit dem angehängten Schabernack: non eUe nrdentiZsimo rationalista (eines eifrigsten Nationalisten): ich aber will eS vorziehen, mich bloß an die Anklage des gradsinnigen Herrn Staudenmeier zn halten, da ja Herrn Theiners nachaesprochene fast als das Echo jener klingt. Der Herr St. urtheilt von meiner Auffassung der Messiaslehre, sie sei: „die härteste Verneinung des Messiasglaubens, die es ihm schwer begreiflich mache, nne noch eine Verständigung mit ihm von Seiten des ChrtstemhumS möglich sei." Welches Christenthum meint denn unser Gegner? Wir haben von einem unserer bedeutendsten Autoren einen Unterschied kennen gelernt zwischen der christlichen Reügion. und der Religion Christi. Diese Unterscheidung Lessings haben wir anderowo einfach anzuwenden Gelegenheit gefunden; sie hat sich eclatam bewährt im Evang Marci (e Xll, ^8. 29. 30.). wo dieser die Religion Christi als authentisch auS Chnsti Munde, nämlich die 27*